Colmarisches Gesangbuch Lied 528 / Cantique 528

(529) Mel. Allein Gott in der Höh sey Ehr.

Nota
O himmlische Barmherzigkeit !
die Jesus uns anpreiset.
Ach ! wer ist doch zu dieser Zeit,
der sich getreu erweiset ?
der, gleich wie Gott der Vater ist,
barmherzig ist zu jeder Frist,
und das aus Herzensgrunde.

2. Daß Gott barmherzig, spricht der Mund,
und wer ist, ders nicht gläubet ?
allein, macht Gott diß also kund,
daß er zur Nachfolg treibet,
so ist verschlossen Herz und Ohr,
und wankt der Glaube wie ein Rohr,
weil mans unmöglich achtet.

3. Von Gott will man Barmherzigkeit
in seinem [26] ganzen Leben,
ja, daß sie möge weit und breit
sich über uns erheben ;
allein, soll man Barmherzigkeit
am Nächsten thun, wie Gott gebeut,
so ist niemand zu Hause.

zu Hause

4. Ach ! denke, daß der Höchste dir
Barmherzigkeit erzeiget,
daß dich die Güte überführ,
und du auch seyst geneiget
zu geben dem, der dürftig ist,
und gar ein Gliedmaß Jesu Christ :
diß ist des Herren Wille.

Gliedmaß


5. Es wird ein grausames Gericht
dort über den ergehen,
der dieses hat erkannt im Licht,
und läßt es nicht geschehen.
Das Wissen den entschuldigt nicht,
man muß ausüben, was Gott spricht,
das ist die rechte Liebe.

Gericht




ausüben
6. Wie mancher Reiche stösset aus,
und weißt von Thür und Pforten
die Armen, die vor seinem Haus
die Noth mit vielen Worten
ausschütten, daß ein Felsenstein
darüber sollt mitleidig seyn ;
allein man wills nicht hören.

Wie mancher
7. Ach ! laß mein Herz barmherzig seyn,
und nach Vermögen geben,
aus wahrer Liebe, nicht zum Schein,
wenn ihre Stimm erheben
die Armen in der Hungersnoth,
daß sie an meinem Stücklein Brod,
o Jesu ! sich erfreuen.

8. Du giebst Barmherzigkeit ohn End
mir Armen auf der Erden :
so laß auch wieder Herz und Händ
mit freundlichen Geberden
austheilen, was du mir beschehrt,
daß auch der Arme werd ernährt,
durch den beschehrten Segen.

9. Ist unbarmherzig gleich die Welt,
und hat ihr Herz verschlossen :
so laß mich thun, was dir gefällt,
und helfen unverdrossen ;
laß mich dem Vater ähnlich seyn,
der überflüßig schenket ein
Barmherzigkeit und Güte.

10. Ja, Vater ! gieb mir solchen Sinn,
daß ich von deinen Gaben,
die du mir giebst, geb andern hin,
die Dürftigen zu laben ;
laß mich nach deinem Ebenbild
seyn liebreich, gütig, sanft und mild :
das bitt ich herzlich, Amen.

 

(530) Mel. Nun danket alle Gott.

Nota
Wohlauf, mein Herz, zu Gott
dein Andacht frölich bringe :
daß dein [27] Wunsch und Gebet
durch alle Wolken dringe,
weil dich Gott beten heißt,
weil dich sein lieber Sohn
so freudig beten heißt
vor seinen Gnadenthron.

beten


2. Dein Vater ists, der dir
befohlen hat zu beten ;
dein Bruder ists, der dich
vor ihn getrost heißt treten :
der werthe Tröster ists,
der dir die Wort giebt ein ;
drum muß auch dein Gebet
gewiß erhöret seyn.

Vater...
3. Da siehst du Gottes Herz,
das dir nichts kann versagen :
sein Mund, sein theures Wort
vertreibt ja alles Zagen :
Was dich unmöglich deucht,
kann seine Vaterhand
noch geben, die von dir
so viel Noth abgewandt.

4. Komm nur, komm freudig her,
in Jesu Christi Namen :
sprich : lieber Vater ! hilf,
ich bin dein Kind, sprich : Amen !
Ich weiß, es wird geschehn,
du wirst mich lassen nicht,
du wirst, du willst, du kannst
thun was dein Wort verspricht.

 

(531) Mel. Christus, der uns selig macht.

Nota
Sorge, Vater ! sorge du,
sorge für mein Sorgen :
sorge, Jesu ! sorge nu,
sorge heut und morgen :
sorge für mich allezeit,
sorge für das deine :
o du Gott der Freundlichkeit !
sorge du alleine.

2. Sorge, wenn der Tag anbricht,
für mein Leib und Seele :
sorge, daß ich niemand nicht
sie, als dir, befehle :
sorge, lieber Gott ! allhier
auch für meine Sinne :
sorge, daß zuwider dir
ich ja nichts beginne.

3. Sorge doch, und laß mir auch
dein Wort bis ans Ende :
laß mir, Herr, den rechten Brauch
deiner Sacramente.
Sorge für die Obrigkeit,
Diener deines Wortes,
und darzu für alle Leut,
jedes Stands und Ortes.

4. Sorge, großer Menschenfreund !
für uns deine Kinder :
sorge, Herr, für Freund und Feind,
sorge für uns Sünder :
sorge für mein Stücklein Brod :
sorge doch für alle,
die da sind mit mir in Noth :
sorge, wenn ich falle.

5. Sorge, wenn sich schliessen zu
meine Augenlieder :
sorge, wenn ich bin zur Ruh,
und erwache wieder :
sorge für mein Amt [28] und Stand,
Wort, Vernunft und Dichten,
für die Arbeit meiner Hand,
Lassen und Verrichten.

6. Sorge für mein Haab und Gut,
Ehr und guten Namen :
sorge, wenn mir Leides thut
die Welt und ihr Samen :
sorge, wenn zu Sünd und Spott
mich mein Fleisch will leiten :
sorge, wenn ich mit dem Tod
ringen soll und streiten.

7. Sorge, Herr ! wenn mich anficht
Satan auf der Erde :
sorge, wenn vor dein Gericht
ich geführet werde :
sorge für mein Grabstättlein :
sorge immerforten :
sorge für mich, du bist mein :
sorge aller Orten.

(532) Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen seyn. Nota

Gott Vater, der du deine Sonn
läßst scheinen über Bös und Fromm,
die ganze Welt damit erleuchtst,
mit Thau und Regen sie befeuchtst.

2. Die Berg machst du von oben naß,
und läßst drauf wachsen Laub und Gras,
in Gäng und Fels gut Erz du legst,
Fried, Schutz und Recht du selber hegst.

3. Du giebst auch reichlich Brod und Wein,
daß unser Herz kann frölich seyn.
Du deckst auch unsre Sünden zu ;
dein Wort bringt uns Trost, Fried und Ruh.

4. So bitten wir dein Gnad und Güt,
dein Wort und Fried uns stets behüt ;
die Frücht der Erden uns bewahr,
und gieb uns heur ein reiches Jahr

heuer

5. Ein fruchtbar Wetter uns beschehr,
dem Hagel und Ungwitter wehr ;
Schnee, Regen, Wind und Sonnenschein
allzeit deinm Wort gehorsam seyn.

6. Heuschrecken, Raupen sind dein Ruth,
und was das Schad an Früchten thut ;
solch Ungeziefer, Herr, vertreib,
daß dein Gab unbeschädigt bleib.

Ruth
7. Dank, daß wir arme Würmelein,
dein Gschöpf, Erbgut und Kinder seyn,
und warten auf dein milde Hand,
uns aus deinm Wort und Werk bekannt.

Um Sonnenschein.

8. Die liebe Sonn uns scheinen laß,
heiß wachsen Brod, Wein, Kraut und Gras ;
daß Leut und Vieh [29] ihr Nahrung hab,
und dich erkenn aus deiner Gab.

Um gedeylichen Regen.

(9. Durch Christ, dein Sohn, hör unsre Bitt,
theil uns ein gnädgen Regen mit,
und krön das Jahr aus deiner Hand,
mit deinem Segen düng das Land.)

(9. ...)

10. Den Herrn von Zion man dich nennt,
in aller Welt dein Güt man kennt.
Hörst unsre Bitt, und hilfst allein ;
gieb Gnad, daß wir dir dankbar seyn.

 

(533) Mel. Jesu, der du meine Seele.

Nota
Herr des Himmels ! Herr der Erden !
unsre Bitte steigt zu dir,
laß sie dir zum Opfer werden,
als der Andacht Schuldgebühr :
du befiehlest uns zu beten,
ach ! so laß doch vor dich treten
das, was unser Herze fleht,
so in einem Wunsch besteht.

2. Du giebst Ehre deinen Knechten,
setzst sie auf erhabnen Thron ;
heissest sie das Recht verfechten,
geben jeder Sünde Lohn ;
willst, daß sie mit deinen Gaben
die getreuen Schafe laben,
und mit hochbeschworner Pflicht
scheuen deines Zorns Gericht.

3. Du befiehlest, daß sie sorgen
für der Wittwen Ungemach,
keines Frevlers Strafe borgen,
seyn der Waisen Schirm und Dach,
die Gesetz und Rechte machen,
doch sie selbsten nicht verlachen ;
sonsten dräust du Grimm und Rach
einer dir versäumten Sach.



borgen
4. Du willst, daß ein Zepter führe
die, so sonst dein eigen sind ;
daß ein David sie regiere,
als dein liebes Hausgesind ;
drum belegest du mit Kronen
Häuser, welche zu belohnen
du bey ihrer schweren Last
nächst an dich erhöhet hast.

5. Diesen hast du eingebunden,
als ein Kleinod von dem Reich,
daß sie werden fromm erfunden,
und dir, Herr ! an Güte gleich,
deinen Willen zu erfüllen,
und wenn tolle Feinde brüllen,
sie, zu schützen Land und Gut,
suchen bey dir sichre Hut.

6. Gieb den Obern kluge Sinnen,
unverdroßne Fertigkeit,
nur was Gutes zu beginnen,
zu vermeiden Krieg und Streit ;
leite sie nach deinen Weisen,
ihre Schafe wohl zu speisen,
nicht zu rauben Haut und [30] Gut,
ihren sauren Schweis und Blut.

7. Gieb Regenten, treue Leute,
Lehrer, Räthe von Verstand,
die nicht morgen, sondern heute
wehren manchem Lasterbrand ;
die in allem dir gefallen,
so wird Ruhm und Lob erschallen
dir vom König, der dich ehrt,
und gern deine Zeugen hört.

8. Laß dir allenthalben blühen
Bäume der Gerechtigkeit,
und die Seuche von uns fliehen,
welche Fürstenstühlen dräut ;
schenke doch dem Zion Gnade,
daß die güldne Zeugnislade,
Wohnung, als die beste Gab,
in der Herren Herzen hab.






Zeugnislade
 

(534) Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.

Herr des Himmels und der Erden,
großer Gott der Ewigkeit,
Jesu ! Erzhirt deiner Heerden
in der schwachen Christenheit,
deine Schafe sehnen hier
aus der Wüsten sich nach dir !
aber, ach ! die Nacht der Sünden
läßt uns nicht den Himmel finden.

2. Führ uns, Herr, wir gehn verlohren,
hilf uns auf den rechten Weg,
weil wir alle blind gebohren,
und zum Gehen schwach und träg ;
wenn sich Mosis Zorn erhitzt,
wenn er donnert, schlägt und blitzt,
bringe du die Morgenröthe,
und dein Blut das Feuer tödte.





Mosis Zorn
3. Eilet, eilt, verlohrne Schafe,
eilt in vollem Glaubenslauf,
wachet auf vom Sündenschlafe !
Jesus schließt den Himmel auf :
er zerreißt der Sünden Band,
weil der Vater ihn gesandt,
seine Schafe recht zu leiten,
und mit Engelskost zu weiden.

4. Seyd getrost, betrübte Sünder,
saget nichts von Ach und Weh,
sorget doch für seine Kinder
hier auch Jesus aus der Höh :
denn er hat der Schlüssel Macht
auch auf seine Kirch gebracht ;
und will keiner Sünd gedenken,
die uns seine Diener schenken.





Schlüssel
5. Was sie auf der Erden lösen,
soll auch los im Himmel seyn ;
trift ihr Bann allhier die Bösen,
schlägt der Himmel auch mit drein.
So ist auch des Priesters Amt,
daß er dräuet, straft, verdammt ;
daß man sich zur Buß bequeme,
und demüthig Gnad annehme.

[31]
6. Weh euch, weh ! ihr Sündenböcke,
die der Hirt zur Linken stellt ;
Weh euch, wo die Schafesdecke
einen Heuchler in sich hält :
denn die Absolution
giebt nur Fluch und Feur zum Lohn ;
wo nicht des Gesetzes Schre-cken
in euch wahre Buß erwecken.


zur Linken
Schafesdecke
7. Sende, Herr, des Geistes Gaben,
blase deine Diener an ;
laß uns einen Schafstall haben,
der kein Schaf verlieren kann.
Findt sich eine Korahrott,
so sey Aarons Schutz und Gott :
stärk der Priester ihr Bemühen,
wenn sie Sünder zu dir ziehen.


blase


Korah
8. Wenn der Hirt und Heerde beten,
wenn wir von dem Beichtstuhl gehn,
wollst du in die Mitte treten,
und vor uns beym Vater stehn.
Bleibe bey uns in Gefahr,
und vertreib der Wölfe Schaar,
bis wir auf den Himmelsauen
uns ohn Ende glücklich schauen.


Beichtstuhl
 

(535) Mel. In bekannter Melodie.

Nota
Aus meines Herzens Grunde
sag ich dir Lob und Dank,
in dieser Morgenstunde,
darzu mein Lebenlang,
o Gott in deinem Thron,
dir zu Lob, Preis und Ehren,
durch Christum unsern Herren,
dein'n eingebohrnen Sohn.

2. Daß du mich hast aus Gnaden,
in der vergangnen Nacht,
für Gfahr und allem Schaden
behütet und bewacht.
Ich bitt demüthiglich,
wollst mir mein Sünd vergeben,
womit in diesem Leben
ich hab erzörnet dich.

Dass

für




erzörnet
3. Du wollest auch behüten
mich gnädig diesen Tag,
fürs Teufels List und Wüten,
für Sünden und für Schmach :
für Feur und Wassersnoth,
für Armuth und für Schanden,
für Ketten und für Banden,
für bösem schnellen Tod.

schnellen

4. Mein Seel, mein Leib, mein Leben,
mein Weib, Gut, Ehr und Kind,
sey in dein Hand gegeben,
dazu mein Hausgesind :
ist dein Geschenk und Gab ;
mein Eltern und Verwandten,
Geschwistern und Bekannten,
und alles was ich hab.




Hausgesind
ist
5. Deinn Engel laß auch bleiben,
und weichen nicht von mir,
den Satan zu vertreiben ;
auf daß der bös Feind hier
in diesem Jammerthal
sein Tück an mir nicht übe,
Leib und Seel [32] nicht betrübe,
und bring mich nicht zu Fall.





Jammertal
6. Gott will ich lassen rathen,
dann er all Ding vermag ;
er segne meine Thaten,
mein Vornehmen und Sach :
denn ich ihm heimgestellt
mein Leib, mein Seel, mein Leben,
und was er mir sonst geben,
er machs, wies ihm gefällt.


dann
7. Darauf so sprech ich Amen,
mit fester Zuversicht,
weil Gott in Christi Namen,
Erhörung mir verspricht.
Und streck nun aus mein Hand,
greif an das Werk mit Freuden,
dazu mich Gott bescheiden
in meinm Beruf und Stand.



Namen



bescheiden
 

(536) Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.

Nota
Ich fang alle meine Sachen
mit der Hülfe Gottes an ;
Gottes Kraft, die wird es machen
besser als ich wünschen kann :
Gottes Kraft, die hats gemacht,
daß ich bin zur Welt gebracht,
christlich, mit gesundem Leibe,
und dabey, Gott Lob ! noch bleibe.

2. Will ich jetzt zurücke sehen
auf die schon vergangne Zeit,
muß ich alsobald gestehen,
Gottes Kraft, die war bereit,
mich zu führen wunderlich,
für Unfall zu schützen mich,
mir zu meinem Thun und Leben,
Segen, Glück und Heil, zu geben.

3. Alles, was ich bin und habe,
kommt von Gottes Hülfe her :
alles ist des Höchsten Gabe,
nichts geschehet ohngefehr :
alles ist mir gut, allein
Gott soll stets mein Beystand seyn ;
alles andre bald verschwindet,
was man hier auf Erden findet.




ohngefehr
alles
4. Mit der Hülfe meines Schutzes
steh ich auf und lege mich,
mit der Hülfe meines Trutzes
muß das Kreuz verlieren sich :
werd ich mittler Zeit gedrückt,
kann ich das, was Gott zuschickt,
mit der Hülfe Gottes tragen,
diese lindert alle Plagen.




Kreuz
5. Gottes Hülfe mich versetzet
auf den rechten Ehrensteg :
Gottes Beystand mich ergötzet,
treibt der Feinde Toben weg :
Gottes Beystand läßt sich sehn,
daß ich kann bey ihm bestehn :
Gottes Hülfe sie bezwinget,
daß ihr Freud niemals gelinget.

6. Hülfe wird Gott ferner schicken,
meinen Fein- [33] den zum Verdruß :
Hülfe wird mein Herz erquicken,
wenn ich einst abscheiden muß :
helfen wird der fromme Gott,
so dann mitten in dem Tod :
Hülfe werd ich erst recht sehen,
wenn ich bey Gott werde stehen.

 

(537) In bekannter Melodie.

Nota
Nun laßt uns den Leib begraben,
daran wir kein Zweifel haben,
er wird am jüngsten Tag aufstehn,
und unverweslich hervor gehn.




unverweslich
2. Erd ist er, und von der Erden,
wird auch Erde wieder werden,
und von der Erd wieder aufstehn,
wann Gottes Posaun wird angehn.

Erde


Posaune
3. Sein Seele lebt ewig in Gott,
der sie allhier, aus lauter Gnad,
von aller Sünd und Missethat,
durch seinen Sohn erlöset hat.

4. Sein Jammer, Trübsal und Elend
ist kommen zu einm selgen End.
Er hat getragen Christi Joch,
ist gestorben, und lebt doch noch.

5. Die Seele lebt ohn alle Klag,
der Leib schläft bis an jüngsten Tag ;
an welchem Gott ihn verklären,
und ewiger Freud wird gewähren.




gewähren
6. Hier ist er in Angst gewesen,
dort aber wird er genesen
in ewiger Freud und Wonne,
leuchten wie die helle Sonne.

7. Nun lassen wir ihn hie schlafen,
und gehn all heim unsre Straßen,
schi-cken uns auch mit allem Fleiß,
denn der Tod kommt uns auch gleicher Weiß.



uns schicken
uns auch
8. Das helf uns Christus, unser Trost,
der uns durch sein Blut hat erlößt,
vons Teufels Gwalt und ewger Pein,
ihm sey Lob, Preis und Ehr allein.

 

(538) In bekannter Melodie.

Nota
Freu dich sehr, o meine Seele,
und vergiß all Noth und Qual,
weil dich nun Christus dein Herre
ruft aus diesem Jammerthal :
aus Trübsal und gro-ßem Leid
sollst du fahren in die Freud,
die kein Ohr niemals gehöret,
und in Ewigkeit auch währet.




Jammertal


kein Ohr
2. Tag und Nacht hab ich gerufen
zu dem Herren, meinem Gott,
weil mich stets viel Kreuz betroffen,
daß er mir helf aus der Noth.
Wie sich sehnt ein Wandersmann,
nach dem Ende seiner Bahn ;
so hab ich gewünschet eben
[34] daß sich enden mög mein Leben.

Tag und Nacht
3. Denn gleichwie die Rosen stehen
unter Dornen spitzig gar,
also auch die Christen gehen
in lauter Angst und Gefahr.
Wie die Meereswellen sind,
und der ungestüme Wind ;
also ist allhier auf Erden,
unser Lauf voller Beschwerden.

4. Die Welt, Teufel, Sünd und Hölle,
unser eigen Fleisch und Blut,
plagen stets hier unsre Seele,
lassen uns bey keinem Muth.
Wir sind voller Angst und Plag,
lauter Kreuz sind unsre Tag,
wenn wir nur gebohren werden,
findt sich Jammer gnug auf Erden.

5. Wenn die Morgenröthe leuchtet,
und der Schlaf sich von uns wendt,
Sorg und Kummer daher streichet,
Müh findt sich an allem End.
Unsre Thränen sind das Brod,
so wir essen früh und spat ;
wenn die Sonn nicht mehr thut scheinen,
ist nichts als Klagen und Weinen.





Tränen
6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne,
der du ewiglich aufgehst,
sey von mir jetzund nicht ferne,
weil mich dein Blut hat erlöst.
Hilf, daß ich mit Fried und Freud
mög von hinnen fahren heut.
Ach ! sey du mein Licht und Straße,
mich mit Beystand nicht verlasse.





Fried
7. In dein Seite will ich fliehen
an meinm bittern Todesgang,
durch dein Wunden will ich ziehen
ins himmlische Vaterland.
In das schöne Paradeiß,
drein der Schächer that sein Reiß,
wirst du mich, Herr Christ, einführen,
und mit ewger Klarheit zieren.



Wunden


Schächer
8. Ob mir schon die Augen brechen,
das Gehör auch gar verschwindt,
und die Zung nicht mehr kann sprechen,
der Verstand sich nicht besinnt ;
bist du doch mein Licht, mein Hort,
das Leben, der Weg, die Pfort,
du wirst mich selig regieren,
die recht Bahn zum Himmel führen.






Pfort
9. Laß die Engel mich begleiten,
hin in deinen Freudensaal,
wo nach langem Kampf und Streiten,
ich befreyt von aller Qual,
ruhen mag in deinem Schoos ;
laß dann Wonne seyn mein Loos,
bis der Leib kommt aus der Erden,
mit der Seel vereint zu werden.

10. Freu dich sehr, o [35] meine Seele !
und vergiß all Noth und Qual,
weil dich nun Christus dein Herre,
ruft aus diesem Jammerthal.
Seine Freud und Herrlichkeit
sollst du sehn in Ewigkeit,
mit den Engeln jubiliren,
und dort ewig triumphiren.

 

(539) Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott.

Nota

Einen guten Kampf hab ich
auf der Welt gekämpfet,
denn Gott hat nun gnädiglich
all mein Leid gedämpfet ;
daß ich meines Lebens Lauf
seliglich vollendet,
und mein arme Seel hinauf
Gott dem Herrn gesendet.

Kampf




vollendet
2. Forthin ist mir beygelegt
der Gerechten Krone,
die mir wahre Freud erregt
in des Himmels Throne.
Forthin meines Lebens Licht,
dem ich hie vertrauet,
nemlich Gottes Angesicht,
meine Seele schauet.


Krone
3. Dieser schnöden bösen Welt
jämmerliches Leben,
mir nun länger nicht gefällt,
drum ich mich ergeben
meinem Jesu, da ich bin
jetzt in lauter Freuden ;
denn sein Tod ist mein Gewinn,
mein Verdienst sein Leiden.

Gewinn


4. Gute Nacht, ihr meine Freund,
alle meine Lieben,
alle, die ihr um mich weint,
laßt euch nicht betrüben
diesen Hintritt, den ich thu
in die Erde nieder ;
schaut die Sonne geht zur Ruh,
kommt doch morgen wieder.

gute Nacht



betrüben
 

(540) Mel. Herzlich thut mich verlangen.

Nota
So hab ich obgesieget,
mein Lauf ist nun vollbracht.
Ich bin gar wohl vergnüget ;
zu tausend gute Nacht !
Ihr aber, meine Lieben,
thut nicht so ängstiglich ;
was sollt ihr euch betrüben ?
stehts doch sehr wohl um mich.




Nacht
2. Denkt, Vater ! wie viel Sorgen,
wie manche Kummernacht,
wie manchen düstern Morgen,
ein liebes Kind oft macht :
was ihm kann widerfahren,
das fürchtet, der ihn liebt ;
den Kum-mer könnt ihr spahren :
drum seyd nicht so betrübt.

3. Auch, Mutter ! laßt die Zähren,
stellt euer Klagen ein :
allein Gottes Begehren
das muß erfüllet seyn.
Darum ihr jetzo weinet,
und gar zu kläglich thut,
das ist sehr wohl ge- [36] meinet ;
Gott machet alles gut.

4. Die Freude, die sich reget
bey einem Wandersmann,
wenn er die Reiß hinleget,
und kommet glücklich an ;
die Freude, die empfindet
ein Schiffer, wenn er schier
den sichern Hafen findet,
die spür ich jetzt bey mir.

5. Fahr hin, o Angst und Schmerzen !
fahr immer, immer hin !
ich freue mich von Herzen,
daß ich erlöset bin.
Ich leb in tausend Freuden
in meines Schöpfers Hand ;
da trift, noch rührt kein Leiden,
so dieser Welt bekannt.

6. Die noch auf Erden wallen
in irrthumsvoller Zeit,
vermögen kaum zu lallen
von froher Ewigkeit.
Viel besser wohl gestorben,
als in der Welt gelebt.
Die Schwachheit ist verdorben,
worinnen ich geschwebt.

7. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen,
wie sonst ein Siegsmann prangt ;
aus jenem Himmelslenzen
hat meine Seel erlangt
die ewig grüne Krone :
die werthe Siegespracht
rührt her von Gottes Sohne,
der hat mich so bedacht.

8. Noch netzet ihr die Wangen,
ihr Eltern, über mir ;
euch hat das Leid umfangen,
das Herze bricht euch schier.
Des Vaters treue Liebe
sieht sehnlich in mein Grab ;
die Mutter stehet trübe,
und kehrt die Augen ab.

9. Ich war euch nur geliehen
auf eine kurze Zeit ;
will Gott mich zu sich ziehen,
so werfet hin das Leid,
und sprecht : Gott hats gegeben,
Gott nimms, du hast das Recht :
bey dir steht Tod und Leben ;
der Mensch ist Gottes Knecht.





gegeben
10. Seht nicht an meine Jahre,
gedenkt vielmehr zurück,
daß ich ein Mensch hie ware,
und jeden Augenblick
zum Tode reif und zeitig,
von erster Kindheit an :
wie seyd ihr doch so streitig
in dem, was Gott gethan !





zeitig
11. Daß ihr mein Grab müßt sehen,
zeigt unsern schwachen Stand ;
daß es so bald geschehen,
thut Gottes Vaterhand.
Gott wird das Leid euch stillen.
Ich sterbe nicht zu jung :
wer stirbt nach Gottes Willen,
der stirbt schon alt genung.

12. Schein ich zu früh entnommen ?
sag jemand, [37] kann man auch
zu früh in Himmel kommen ?
Gott bleibt bey dem Gebrauch :
er eilet mit den Seinen
zur schönen Himmelspracht.
Wer mag nun den beweinen,
der bey den Engeln lacht ?

Nachruf der Betrübten
13. Fahr wohl, o liebe Seele !
genieß der süßen Lust ;
uns in der Trauerhöle
ist nichts davon bewußt.
Wenn wird doch angelangen
desselben Tages-schein,
daß du uns wirst empfangen ?
O ! möcht es heute seyn.





Wenn
desselben
 

(541) Mel. O Welt, ich muß dich lassen.

Nota
Gott Lob ! die Stund ist kommen,
daß ich werd aufgenommen
ins schöne Paradeis ;
ihr Eltern dörft nicht klagen,
mit Freuden sollt ihr sagen :
dem Höchsten sey Lob, Ehr und Preis !




dörft
2. Wie kanns Gott besser machen ?
Er reißt mich aus dem Rachen
des Teufels und der Welt :
die jetzt wie Löwen brüllen,
ihr Grimm ist nicht zu stillen,
bis alles übern Haufen fällt.

3. Diß sind die letzten Tage ;
da nichts als Angst und Plage,
mit Haufen bricht herein.
Mich nimmt nun Gott von hinnen,
und lässet mich entrinnen
der überhäuften Noth und Pein.

4. Kurz ist mein irdisch Leben ;
ein bessers wird mir geben
Gott in der Ewigkeit :
da werd ich nicht mehr sterben,
in keiner Noth verderben,
mein Leben wird seyn lauter Freud.

5. Gott eilet mit den Seinen,
läßt sie nicht lange weinen
in diesem Thränenthal.
Ein schnell und selig Sterben,
ist schnell und glücklich erben
des schönen Himmels Ehrensaal.



Tränental
6. Wie öfters wird verführet
manch Kind, an dem man spühret,
rechtschaffne Frömmigkeit ?
Die Welt voll List und Tücke,
legt heimlich ihre Stricke
bey Tag und Nacht, zu jeder Zeit.

7. Ihr Netze mag sie stellen,
mich wird sie nun nicht fällen,
sie wird mir thun kein Leid.
Denn wer kann den verletzen,
den Christus jetzt wird setzen
ins Schloß vollkommner Sicherheit.

Sicherheit

[38]
8. Zuvor bracht ich euch Freude,
jetzt da ich von euch scheide,
betrübt sich euer Herz :
doch, wenn ihrs recht betrachtet,
und was Gott thut, hoch achtet,
wird sich bald lindern euer Schmerz.

9. Gott zehlet alle Stunden,
er schlägt und heilet Wunden ;
er kennet jedermann.
Nichts ist jemals geschehen,
das er nicht vorgesehen ;
was er nur thut, ist wohlgethan.


und heilet



wohlgetan
10. Wenn ihr mich werdet finden
vor Gott, frey aller Sünden,
in weisser Seide stehn :
und tragen Siegespalmen
in Händen, und mit Psalmen
des Herren Ruhm und Lob erhöhn :

11. Da werdet ihr euch freuen ;
es wird euch herzlich reuen,
daß ihr euch so betrübt.
Wohl dem, der Gottes Willen
gedenket zu erfüllen,
und sich ihm in Geduld ergiebt.

12. Ade, nun seyd gesegnet !
was jetzund euch begegnet,
ist andern auch geschehn :
viel müssens noch erfahren.
Nun, Gott woll euch bewahren !
Dort wollen wir uns wieder sehn.

dort

(542) Mel. Werde munter, mein Gemüthe.

Nota
Warum willst du ewig sterben,
Sünder, warum stürzst du dich
in das äußerste Verderben ;
willst du leiden ewiglich ?
willst du denn mit allem Fleiß
machen dir die Höll so heiß ?
Stehe ab von deinen Sünden,
die dem Teufel dich verbinden.






so heiß
2. Denke an die letzte Stunde,
denke an das jüngst Gericht :
an den Pful und Schwefelgrunde,
an des Richters Angesicht.
Schaue über dich, der Thron
ist dazu bereitet schon,
Erde und des Himmels Lichter
schmelzen schon vor deinem Richter.



Pfuhl




schmelzen
3. Das Gerichte wird geheget,
und wird dir in einem Buch
dein Verbrechen dargeleget,
und auch dein verdienter Fluch ;
darum soll jetzund der Stab
dir den Himmel sprechen ab,
und das Urtheil heißt : ihr Sünder,
seyd und bleibt des Teufels Kinder.


Buch
4. Siehe neben dich, da fechten
dich die beyde Kläger an ;
das Gesetze zu der Rechten,
dem du nicht genug gethan,
und zur Linken [39] steht der Feind,
der es immer bös gemeynt,
und verlangt des Richters Rache
über deine böse Sache.

5. Unter dir ist höllisch Feuer,
ein verrauchtes Schwefelloch,
und erschröcklich Ungeheuer,
Sünder, sag : was dünkt dich noch ?
Wo steht deine Ausflucht hin ?
hast du Lügen in dem Sinn ?
Damit wirst du nicht bestehen,
sondern mehr zu Schanden gehen.

6. Es wird selbsten dein Gewissen
über deiner Sünden Meng
bey dem Richter zeugen müssen,
da wird dir die Welt zu eng,
und das billigst Urtheil seyn :
du sollst in der Höllenpein,
mit viel tausendfachen Qualen,
mit der Seel und Leib bezahlen.

7. Da das ausgesprochne Rechte,
dann schon zu vollziehen stehn
die beflammte Henkersknechte :
also wird es dir ergehn,
also stehet es um dich,
also sollst du ewiglich
in dem höllischen Verderben
sterben ohne nimmer sterben.

8. Das sind deine Sicherheiten,
die dir machen jetzt so bang :
wovon man in Gnadenzeiten
dir gedrohet hat so lang ;
aber du dachtst immerdar :
es wird haben kein Gefahr,
es wird nimmermehr geschehen,
daß es also mir wird gehen.

9. Weh mir, weh der armen Seelen,
Trost, Verzweiflung, oder Tod ;
was aus diesen soll ich wählen
nun in meiner Sündennoth ?
Meine Sünd ist allzu schwer,
ich hab keine Gnade mehr,
in dem Elend, so mich troffen,
von dem großen Gott zu hoffen.

10. Kann ich seiner Hand entlaufen,
seinem Eifer oder Grimm ?
Fluthen wollen mich ersäufen,
und die harte Donnerstimm
ist der Wurm, der allzeit nagt,
und das Feuer, so mich plagt,
und ist nirgends meiner Sünden
ein Vergebung mehr zu finden.





Wurm, Feuer
11. Ich find keinen Retter, keinen,
der mit treuer Hilf noch Rath
meiner Seele will erscheinen,
meine Reu ist viel zu spat.
Ach, ich ungerathnes Kind !
mich sollt nimmermehr die Sünd,
wenn ich wär aus diesen Stricken,
wie geschehn, forthin berücken.




spat
12. Ich will meinen Jesum fassen,
der der Sün- [40] denbüsser ist :
ich will, Jesu ! dich nicht lassen,
bis daß du mir gnädig bist.
Vater ! Christi Tod und Blut
wird für meine Sünde gut ;
seine blutgeschwitzte Thränen
werden dich und mich versöhnen.




bis daß


Tränen
13. Vater ! schau, ich fall zu Fusse,
als der größ-te Sünder hier :
laß den Eifer meiner Busse
deine Gnad abbetteln dir !
Ohne Zweifel wird ja seyn
Christi Marter, Tod und Pein
größer als die schweren Sünden,
die sich im Gewissen finden.

 

(543) Mel. Valet will ich dir geben.

Nota
Schatz über alle Schätze,
o Jesu, liebster Schatz,
an dem ich mich ergötze,
hier hab ich einen Platz
in meinem treuen Herzen,
dir, Schönster, zugetheilt,
weil du mit deinem Schmerzen
mir meinen Schmerz geheilt.

2. Ach Freude meiner Freuden !
du wahres Himmelsbrod,
damit ich mich kann weiden,
das meine Seelennoth
ganz kräftiglich kann stillen,
und mich in Leidenszeit
erfreulich überfüllen
mit Trost und Süßigkeit.


Himmelsbrot
3. Laß, Liebster, mich erblicken
dein freundlich Angesicht,
mein Herze zu erquicken ;
komm, komm mein Freudenlicht.
Denn ohne dich zu leben
ist lauter Herzeleid ;
vor deinen Augen schweben,
ist wahre Seligkeit.

4. O reiche Lebensquelle !
o Jesu ! süsse Ruh,
du treuer Kreuzgeselle,
schlag nach Belieben zu ;
ich will geduldig leiden,
und soll mich keine Pein
von deiner Liebe scheiden,
noch mir beschwerlich seyn.

5. Mein Herze bleibt ergeben
dir immer für und für,
zu sterben und zu leben,
und will vielmehr mit dir
im tiefsten Feuer schwitzen,
als, Schönster, ohne dich,
im Paradiese sitzen,
veracht und jämmerlich.

6. O Herrlichkeit der Erden,
dein mag und will ich nicht ;
mein Geist will himm-lisch werden,
und ist dahin gericht,
wo Jesus wird geschauet,
da sehn ich mich hinein,
wo Jesus Hütten bauet ;
denn dort ist gut zu seyn.

Hütten


7. Nun, Jesu, mein Ver- [41] gnügen,
komm, hole mich zu dir,
in deinem Schoos zu liegen,
komm, meiner Seelen Zier,
und setze mich aus Gnaden
in deine Freudenstadt ;
so kann mir niemand schaden,
so bin ich reich und satt.

 

(544) Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten.

Nota
Ach ! wie betrübt sind fromme Seelen
allhie in dieser Jammerwelt.
Wer kann ihr Leiden all erzählen,
das sie so sehr gefangen hält ?
Das beisset nun und kränket sehr :
Ach ! wenn ich nur im Himmel wär.

2. Ich mag mich, wo ich will, hinwenden,
da seh ich nichts, denn tausend Noth :
ein jeder hat sein Kreuz in Händen,
und sein bescheiden Thränenbrod ;
und das wird immer mehr und mehr :
Ach ! wenn ich nur im Himmel wär.



bescheiden

3. Im Himmel wird das Kreuz der Erden,
und was uns hie zu Boden drückt,
zu lauter güldnen Kronen werden.
Ach ! wär ich nur schon hingerückt.
Die liebe Noth ist ziemlich schwer :
Ach ! wenn ich nur im Himmel wär.

4. Hier kann das Glücke zwar was machen,
doch kommt es nicht in jedes Haus,
dem einen macht es stetes Lachen,
dem andern preßt es Thränen aus ;
mich läßt es, leider ! allzu leer :
Ach ! wenn ich nur &c.

5. Im Himmel sind wir gleicher Gaben,
im Himmel sind wir alle reich,
im Himmel kann man alles haben,
im Himmel sind wir Engeln gleich,
im Himmel ist kein Unglück mehr :
Ach ! wenn ich nur &c.

6. Hie ist der Mensch in stetem Jammer,
mit Jammer kommt die Abendruh,
mit Jammer geht es aus der Kammer,
mit Jammer bringt er alles zu ;
das macht das Leben ziemlich schwer !
Ach ! wenn ich nur &c.

7. Im Himmel wird sich niemand kränken,
im Himmel wird nur Freude seyn,
mein Jesus wird uns alle tränken
mit zuckersüssem Engelwein ;
Im Himmel ist kein Jammer mehr :
Ach ! wenn ich nur &c.

8. Ey nun, mein liebster Jesu ! führe,
ey führe mich nur aus der Welt !
Schließ auf die güldne Himmelsthüre,
darauf mein Herz [42] am meisten hält.
Ich achte nun der Welt nicht mehr :
Ach ! wenn ich nur im Himmel wär.

 

(545) Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.

Nota
Zwey Ort, o Mensch ! hast du vor dir,
dieweil du lebst auf Erden,
die nach dem Tode stehen für,
und wird dir eines werden,
so bald du deine Zeit beschließst,
nachdem du selber dir erkießst,
und eines willst erwählen.

2. Eins ist des Himmels Freudenort,
da Gott mit Seinen wohnet,
das andre ist die Höllenpfort,
da man den Sünden lohnet.
Dort geht es wohl, da übel zu,
da ist viel Pein, dort hat man Ruh,
dort lacht man, da ist Weinen.

3. O Hölle ! welch ein Wort ist das 
Nichts wird dadurch bedeutet,
als Jammer ohne Ziel und Maaß,
und was für Qual bereitet
den Feinden Gottes insgemein,
den Teufeln, die verworfen seyn,
und allen freveln Sündern.
freveln

4. Ist etwas überall bewußt,
das schröcklich anzuhören,
kann was der Menschen Freud und Lust
in Traurigkeit verkehren ;
bringt etwas Schmerzen, Pein und Noth,
macht was verlangen nach dem Tod ;
so ist es in der Hölle.

5. Da muß der Mensch, der kommt hinein,
sich ewig lassen quälen,
und leiden unerhörte Pein,
am Leib und an der Seelen.
Den Wurm, der nimmer wird ertödt,
das Feur, das ewig nicht vergeht,
wird er beständig fühlen.





Wurm, Feuer

6. Die Angst, die sein Gewissen hat,
die Furcht in seinem Herzen,
zur Straf für manche Frevelthat,
macht ihm viel tausend Schmerzen.
Was er gethan hat und gesagt,
das kommt ihm vor, und nagt und plagt
die sündenvolle Seele.

7. O Mensch ! darum erkenne wohl,
was sich dort wird begeben,
denk, was man thun und lassen soll,
und führ ein christlich Leben.
O Gott ! regier uns allezeit,
daß wir recht thun, und dort dem Leid
entfliehen jener Hölle.

Register des Anhangs.

                   


Die mit einem + bezeichneten Gesänge befinden sich nicht in diesem Anhange, sondern in dem Gesangbuche selbsten, wo sie am Anfange und sonsten in etwas verändert sind, aber hier zum bequemern Nachschlagen auch noch nach ihrem alten Anfange beygesetzt worden. Die, so einen * haben, sind ganz neue Lieder des Anhangs.

Ach komm, o Sonne meiner Seele

Seite 17

(520)

Ach Sünder, sey doch nicht so blind

23

(527)

Ach was hat dich doch bewogen

2

(502)

Ach wie betrübt sind fromme Seelen

41

(544)

+ Allein Gott in der Höh sey Ehr

100

97

Also hoch hat Gott geliebet

10

(511)

Auf, auf, ihr Reichsgenossen

1

(501)

Aus meines Herzens Grunde

31

(535)
     

+ Christ lag in Todesbanden

80

75

+ Christ unser Herr zum Jordan kam

129

129
     

Einen guten Kampf hab ich

35

(539)

+ Es ist das Heil uns kommen her

109

105

+ Es ist gewißlich an der Zeit

381

355
     

Freu dich sehr, o meine Seele, und

33

(538)
     

Gott Lob, die Stund ist kommen

37

(541)

Gott Vater, der du deine Sonn

28

(532)

Guter Hirte, Jesu Christ

13

(515)

Gute Nacht, ihr eitle Freuden

6

(507)
     

+ Herr Christ, der einig Gottes Sohn

113

107

Herr des Himmels, Herr der Erden

29

(533)

Herr des Himmels und der Erden

30

(534)

+ Herr Gott, dich loben wir

6

6

+ Herr Jesu Christ, ich weiß gar wohl

361

335

Herr Jesu, Licht der Welt

21

(525)
     

Ich fang alle meine Sachen

32

(536)

+ Ich hab mein Sach Gott heimgestellt

358

331

Jesu, deine Passion

4

(505)

Jesu, unser Trost und Hort

12

(513)

Ihr armen Sünder, kommt zu Hauf

11

(512)

Ihr Christen seht, daß ihr ausfegt

8

(508)

In dem Leben hier auf Erden

22

(526)
     

+ Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn

192

183
     

Licht vom Licht, erleuchte mich

12

(514)

Liebe Seele, nun dich schwinge

14

(516)
     

Meine Seele bleibet stille

20

(524)

Meine Sorgen, Angst und Plagen

18

(521)

Mein Jesu, wie du willt

19

(522)
     

Nachdem das alte Jahr verflossen

3

(503)

+ Nun freut euch lieben Christen gmein

111

106

+ Nun kommt der Heiden Heiland

32

28

Nun laßt uns den Leib begraben

33

(537)

+ Nun laßt uns Gott dem Herren

308

286

+ Nun lob mein Seel den Herren

3

3
     

+ O du allersüßste Freude

93

88

O himmlische Barmherzigkeit

25

(529)

O Jesu Christ, meins Lebens Licht

5

(506)

O Jesu, Jesu, Gottes Sohn

15

(518)

* Opfer für die ganze Welt

4

(504)
     

Schatz über alle Schätze

40

(543)

So hab ich obgesieget

35

(540)

Sollt ich meinen Gott nicht lieben

16

(519)

Sorge, Vater, sorge du

27

(531)
     

* Tag der Erleuchtung uns gebracht

8

(509)
     

+ Wachet auf, ruft uns die Stimme

391

364

+ Wenn wir in höchsten Nöthen seyn

312

290

Warum willst du ewig sterben

38

(542)

Was mein Gott will, gescheh allzeit

20

(523)

Wie ist die Welt so feindschaftsvoll

25

(528)

Wie ist es möglich, höchstes Licht

14

(517)

+ Wie schön leuchtet der Morgenstern

216

201

Wohl auf, mein Herz, zu Gott

26

(530)
     

Zum Bilde Gottes war

9

(510)

Zwey Ort, o Mensch, hast du vor dir

42

(545)
     

Zurück zum Anfang des Gesangbuchs / Retour au début du recueil
Retour à l'introduction
Zurück zur Einleitung
Retour à / Zurück zu Elsàsser