Ach Gott, verlass mich nicht

6-6an-6-6an-6-6b-6-6b (ungerade Zeilen ohne Reim)

Ach Gott, verlass mich nicht,
gib mir die Gnadenhände ;
ach führe mich, dein Kind,
dass ich den Lauf vollende
zu meiner Seligkeit,
sei du mein Lebenslicht,
mein Stab, mein Hort, mein Schutz.
Ach Gott, verlass mich nicht !

       Salomo Franck, 1659-1725 (Spitta-Gesangbuch 1899).

Melodie : "1646" (Spitta). Bei Zahn steht die Melodie unter der Nr. 5138. Sie sei 1646 im Hannoverischen Gesangbuch erschienen, und zwar zum Text Groß ist, o großer Gott, die Not, so uns betroffen. Sie erschien dort, nach Zahn, als zweite Melodie zu diesem Lied, und findet sich in mehreren Gesangbüchern zum Text Ach Jesu, dessen Treu im Himmel und auf Erden durch keines Menschen Mund kann gnug gepriesen werden. - J.S. Bach verwendet diese Melodie, neben einer anderen, die im Elsass nicht verbreitet wurde, zum Text O Gott, du frommer Gott. Zahn sagt, "Weit verbreitet ist der Irrtum, die Mel. rühre von Seb. Bach her." Der Irrtum erklärt sich durch Bachs Verwendung dieser Melodie in einem bekannten Werk "Partite diverse sopra : O Gott du frommer Gott". Bei Bach sind die zwei letzten Zeilen von der sonst vorherrschenden Tradition ziemlich verschieden.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
            2 p. 3
            a moll

Die Parallelmelodien zu diesem Strophenmuster werden unter Nun danket alle Gott aufgezählt.

Hören : Wolf 1899 - J.S. Bach (Partita I, in c moll)

Elsässische Choralmelodien