Allein Gott in der Höh sei Ehr

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Allein Gott in der höhe sey ehr
unn danck fur seine gnade
Darumb das nu unn nimermehr
uns rüren kan ein schade:
Ein wolgefallen Gott an uns hat,
nu ist gros fried on unterlas,
All fehde hat nu ein ende.
Gott, unserm Gott, allein sey Ehr !
Ihm Dank für seine Gnade !
Uns drücket nun sein Zorn nicht mehr ;
geheilt ist unser Schade.
Er, der uns seinen Frieden gab,
schaut auf die Erde nun herab
mit Lieb und Wohlgefallen.
Allein Gott in der Höh' sey Ehr',
und Dank sey seiner Gnade.
Er sorget, daß uns nimmermehr
Gefahr und Unfall schade.
Stets ist er wohl zu thun bereit;
sein Rath ist unsre Seligkeit.
Erhebet ihn mit Freuden!
Text von Nicolaus Decius nach Wackernagel III S. 566 Nr. 616. Die Nr. 615 bietet den niederdeutschen Text. Wackernagel nennt Decius Hovesch oder Hövisch. Im BBKL von Bautz wird Decius als die latinisierte Form von Tech angesehen. Decius (1485-nach 1546) sei ein Süddeutscher, der aber dieses Lied zuerst auf Niederdeutsch dichtete. Hier jedoch der 1539 in Leipzig erschienene hochdeutsche Text.        Der Text der 1. Strophe in der sehr überarbeiteten Version des Colmarischen Gesangbuchs 1781, Nr. 135,1. Der gleiche Text, in der ebenfalls überarbeiteten Version des Straßburger Gesangbuchs 1808 Nr. 79,1.

Melodie : "Altkirchlich. Nicolaus Decius 1539" (GKAKEL), s. Zahn 4457. Diese Melodie ist eine von denen, die in einer verflachten und einer rhythmischen Version vorhanden sind. Th. Stern gibt in seiner Ausgabe von 1869 beide.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Mülhausen 1865 Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
p. 5   5 p. 42 & p. 81 p. 69 7 p. 4 8 p. 10 4 p. 5
B   B G G G F G
Mülhauser Gesangbuch 1818 Nr. 129 (in G).

Bei Hepp-Herrenschneider steht diese Melodie als 5. und letzte in der Parallelreihe Lob, Ehr und Preis [dem höchsten Gut] (= Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut) (S. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, Strophenmuster). In der Colmarer Sammlung steht sie eigentlich an der gleichen Stelle, aber nur die erste Melodie steht unter dem Namen Lob, Ehr und Preis, und auch diese mit dem Untertitel (wie bei Hepp) Herr Jesu Christ [ich weiß gar wohl]. In diesen zwei Quellen findet man die nicht-rhythmische Form der Melodie, die bei Stern auch als die erste, "normale", erscheint. Stern gibt aber danach auch die rhythmische Form, die bei Ihme die einzige ist. Zu bemerken ist jedoch, dass in der 1. Ausgabe des Stern-Berg-Choralbuchs 1851 diese Melodie fehlt. In diesem Fall bringen auch das Mülhauser Choralbuch und Wolf nur die rhythmische Form, die hier besonders einschmeichelnd und einfach ist. - Sonderbar ist die Zwitterform der Melodie, die wir im Mülhauser Gesangbuch 1818 antreffen : der wiederholte Teil am Anfang der Strophe und die ersten Noten der 5. Zeile sind im vereinfachten Takt, der in jener Zeit üblich war, aber am Ende der Strophe kehrt dann der 3/2-Takt dennoch wieder auf.

Hören : Hepp - Mülhauser Gesangbuch 1818 -Sammlung, mit dem Satz von Theophil Stern. - Mülhausen 1865 - Ihme 1875 - Wolf

Elsässische Choralmelodien