Brunnquell aller Güter

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Brunnquell aller Güter
Herrscher der gemüther /
lebendiger wind :/:
Stiller aller schmertzen /
Dessen glantz und kertzen
Mein gemüth entzünd /
Lehre meine schwache säit
Deine kraft und lob außbreiten.

Johann Franck (1618-1677), hier zitiert nach dem Colmarischen Lobopfer (1722, Nr. 143,1). Es handelt sich um ein Pfingstlied, das natürlich an den Heiligen Geist gerichtet ist.

Melodie : Bei Zahn (Nr. 6252 bis 6258) sind die Melodien dieses Versmaßes alle für dieses Lied bestimmt. Darunter sind vor allem zwei Formen der gleichen Melodie zu beachten : die, die bei Runge 1653 steht (6252a) und die laut einer bald später erschienenen Ausgabe von Johann Franck sein könnte (wie der Text), und dann die etwas veränderte Form dieser Originalmelodie, so wie sie in Crügers Praxis Pietatis Melica (6252b) schon im gleichen Jahr 1653 zu finden ist. Letztere steht dann auch im Hanauischen Gesangbuch 1707 (Nr. 121) und bei Freylinghausen seit 1704 (Nr. 146, s. die Neuausgabe Niemeyer 2004), in letzterem Buch jedoch schon in einer rhythmisch vereinheitlichten Form. Das Lied, das Versmaß und natürlich auch die Melodie sind später in keinem elsässischen Gesangbuch mehr zu finden.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
             
             

In einem 1673 in Leipzig erschienenen Gesangbuch (Vorrath von alten und neuen Christlichen Gesängen) wird bemerkt : "Fast im Thon : Jesu meine Freude". Unter den Melodien, die bei Zahn in Frage kommen könnten (Nr. 8032-8034) gleicht keine der Melodie von Franck / Crüger. Es sollte sichtlich nur gesagt werden, dass das Versmaß nicht allzu entfernt von demjenigen von Jesu, meine Freude 5an-5an-5b-5cn-5cn-5b-3d-4d-7en-5en ist.

Hören : Crüger (nach dem Hanauischen Gesangbuch).
Freylinghausen