Christ, der du bist der helle Tag

8a-8a-8b-8b

Christ, der du bist der helle Tag,
vor dir die Nacht nicht bleiben mag ;
du leuchtest uns vom Vater her
und bist des Lichtes Prediger.

       Erasmus Alber, um 1500-1553, im Text des GCAK. Das Lied ist eine deutsche Fassung des lateinischen Hymnus Christe, qui lux es et dies, vom 7 .Jh.

Melodie : "1568" (Ihme 1888) ; "1597" (Ihme 1875). Bei Zahn Nr. 384 ist die Melodie in einer anderen Form zu finden. Es wird dort klar, dass es dafür viele Varianten gegeben hat. Ihme wird nicht erwähnt. Die Melodie sei zuerst durch Johann Spangenberg 1548 veröffentlicht worden. Ihme hat also spätere Quellen benutzt. Im frz. Gesangbuch Nos coeurs te chantent wird eine Variante dieser Melodie zum Text Splendeur de Dieu tu brilleras (Frère Pierre-Etienne, Taizé) geboten. Im EG (Christe, du bist der helle Tag, Nr. 469) kehrt die Originalform (wie bei Zahn) zurück.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
        22 p. 12 23 p. 20  
        g moll g moll  

Dieses sehr verbreitete Stophenmuster wird in vielen anderen Melodien wiedergefunden, s. Wenn wir in höchsten Nöten sein, Übersicht. In der vereinfachten Form der Melodie, wie sie bei J.B. König zu finden ist, muss die letzte Zeile der Strophe wiederholt werden. Bei Graupner ist der Teil der Melodie, der als fünfte "Zeile" gewertet werden könnte, zu kurz, um eine Wiederholung der letzten Textzeile zu erlauben. Ich habe deshalb angenommen, dass es eigentlich nur darum geht, die Melodie in ungefähr gleiche "Zeilen" einzuteilen, wobei die letzte "Zeile" in der Hauptsache aus der verzierten drittletzten Silbe der letzten Textzeile besteht. 

Hören : Ihme 1875 - Zahn Nr. 384 (ohne Begleitung) -Christoph Graupner 1728. - J.B. König 1738.

Elsässische Choralmelodien