Danksagen wir alle Gott unserm Herrn Christo

12n-9n-8-6n-6an-9an-8n oder 11n-9n-9n-6-5an-9an-8

Danksagen wir alle, Gott unserm Herren Christo,
der uns mit seinem Wort hat erleuchtet,
und uns erlöset durch sein'n Tod
von des Teufels Gewalte.
Den sollen wir alle
mit seinen Engeln loben mit Schalle :
singen : Preis sey Gott in der Höhe !
Danksagen wir alle Gott, unserm Herrn Christo,
der uns mit seinem Wort hat erleuchtet
und uns erlöst hat mit seinem Blute
aus des Teufels Gewalt.
Den sollen wir alle
mit seinen Engeln loben mit Schalle,
singen : Preis sei Gott in der Höh !
       Im Colmarischen Gesangbuch 1781 Nr. 127.        "Nach dem Lateinischen Gregors I." (GCAK Nr. 616)

Melodie : "(XI. Jahrhundert) 1525. Straßburg 1541" (Ihme 1888). Das Spitta-Gesangbuch sagt gar "Straßburg 11. Jh.". Zahn (Nr. 8619c) hat die Melodie bei Spangenberg 1545 (Kirchengesenge Deudtsch) gefunden. Dass er von der Straßburger Ausgabe 1545 nichts sagt, kann sich dadurch erklären, dass er die Quellen aus dieser Gegend weniger durchforscht hat als die anderer Gegenden, wie etwa Thüringen oder Berlin. - Die Melodie wurde hier gegenüber Ihmes Choralbuch adaptiert, um die kleinen Unterschiede in der Silbenzahl zu berücksichtigen. Die Melodie sollte auf den Colmarer Text passen. Ob sie allerdings genau so gesungen worden ist, kann nicht mit Sicherheit behauptet werden. - Zur Zeit des ersten Erscheinens des Colmarischen Gesangbuchs (1781) sollte auch Pfeffels Lied Jehova, Jehova auf diese Melodie gesungen werden, was aber nicht ohne eine andere Anpassung zu tun war, und Pfeffels Text nicht recht zur Geltung brachte. S. die Melodie von J. K. Gerold.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
        Lit. 41 p. 168 Lit41 p.208 (Lit. s')
        (G) (G) (G)

Wie sonst bei mittelalterlichen Melodien ist die Sortierung in "Dur" und "Moll" nicht wahrhaft zutreffend. Es handelt sich um den mixolydische Kirchenton.- Als liturgischer Gesang wurde dieses Lied ins Spitta-Gesangbuch etliche Zeit nach dem ersten Erscheinen aufgenommen. Im Wolf-Choralbuch, auch in der Ausgabe von 1904, steht es noch nicht. Es trug in der "Fortsetzung" der liturgischen Gesänge den Rang s' (in der Originalausgabe gingen diese Gesänge von a zu z ; in der "Fortsetzung" kamen noch 20 andere von a' zu t' hinzu).

N.B. Im Görlitzer Tabulaturbuch (Samuel Scheidt, Ausgabe Peters 1941/1969) steht dieses Lied mit der Angabe, die vier ersten Zeilen, bis "von des Teufels Gewalt", seien dreimal zu singen. Weder im Colmarischen Gesangbuch noch bei Ihme ist eine ähnliche Angabe zu finden.

Hören : Ihme 1875 - Zum Text "Jehova": Ihme 1875 - Scheidt 1650

Elsässische Choralmelodien