Die Sonn hat sich (Hanau 1707)

Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet

10an-10an-10b-10b

DIe Sonn hat sich mit ihrem Glantz gewendet /
und / was sie soll / auff diesen Tag vollendet /
die tunckle Nacht dringt allenthalben zu /
bringt Menschen / Vieh und alle Welt zur Ruh.

HErr unser GOtt/ beherrscher aller herren /
Wie herrlich ist dein name weit und ferren :
Wie scheinet er der gantzen welt herfür :
Wie strecket sich im himmel deine zier.
Von A. Fischer wurde dieses Lied Josua Stegmann (1588-1632) zugeschrieben ; Zahn Nr. 947 sagt "nicht von Stegmann", gibt aber keinen anderen Autorennamen an. Im GKAKEL steht nur "Berlin 1647". Im EG schließlich finden wir "Otto von Schwerin (?) 1647". Die Autorschaft ist also nicht endgültig geklärt. Zitat hier nach dem Hanau-Lichtenbergischen Gesangbuch 1707 Nr. 25. Martin Opitz (1597-1639). Das Lied ist "ein Lob- und Danklied über den 8. Psalm in 8 Strophen" (A. Fischer, Kirchenlieder-Lexicon). Merkwürdigerweise ist auch die französische Psalmmelodie zum 8. Psalm von diesem Strophentyp, sodass das EG das Lied Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz auf jene Melodie singen lässt. Zitat nach dem Colmarischen Lobopfer 1722 Nr. 271.

Melodie : Zahn Nr. 947, der die Melodie nur in den "Straßburger" (eigentlich : Hanau-Lichtenbergischen) Gesangbüchern 1695 und 1713 gefunden hat. Hier wird Melodie und Text (Die Sonn hat sich) nach demselben Gesangbuch (Ausgabe von 1707) zitiert. Indessen ist die Benennung der Melodie sehr wechselhaft. A. Fischer, unter dem Lied Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet, gibt als Melodie an Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet (=Verdeutschung des Magnificat) ; jedoch unter diesem Text nennt er die Melodie Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet. Im Colmarischen Lobopfer wird sie manchmal nach dem Lied Herr unser Gott, Beherrscher aller Herren benannt, aber unter diesem Lied selbst (Nr. 271) heißt sie wieder Mein Herz und Seel den Herren.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
             
             

Parallelmelodien sind die frz. Psalmmelodie zum 8. Psalm und die von Der Tag ist hin, mein Jesu, bei mir bleibe.

Hören : Hanauisches Gesangbuch 1707 Nr. 25