Du bist ja, Jesu, meine Freude

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Du bist ja, Jesu, meine Freude ;
warum ist denn mein Herz betrübt ?
Kann denn die Freud auch bei dem Leide
sein in dem Herzen, das dich liebt ?
Ach ja, mein Jesu, wenn ich übe
mein Herz in deiner süßen Liebe,
so zeigt sich solche Freud oft an,
die keine Zung aussprechen kann.
Es ging der Mann voll Gnad und Segen,
Johannes,dem Messias vor ;
die Hügel bahnt er ihm zu Wegen,
riß manches Herz vom Staub empor.
Es bebte, wer ihn reden hörte,
bekannte seine Fehler, kehrte
gerührt, mit thränenvollem Blick
zur Tugend und zu Gott zurück.
       Christian Jakob Koitsch (1671-1734), zitiert nach Zahn Nr. 6084.        Johann Caspar Lavater (1741-1801), hier zitiert nach Zahn Nr. 6112.

Melodie : Von Thomas Selle (1599-1663), zuerst erschienen in Johann Rists Sammlung Neue Musikalische Fest-Andachten 1655, Hamburg. Die Melodie begleitete damals Rists Text Steh auf, du kühler Wind vom Norden und war im 3/4-Takt. Das Lied war "am hochheiligen Pfingstdienstage" zu singen. Zahn (Nr. 6082) bezeugt jedoch, dass später das Lied Du bist ja, Jesu, meine Freude auf diese Melodie gesungen wurde, und dass sie "mit diesem Lied später fast immer verbunden" geblieben ist.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
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In der Colmarer Melodiensammlung steht die Melodie unter dem Namen Du bist ja, Jesu, meine Freude, gefolgt vom Zweitnamen Es gieng ein Mann. Eine einzige Melodie in dieser Sammlung folgt dem gleichen Strophenmuster (Parallelmelodie) : die des wenig verbreiteten Lieds Erhalt uns, Jesu, in der Gnade.

Hören : Originalmelodie von Thomas Selle - Colmarer Sammlung