Durch Adams Fall ist ganz verderbt

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DUrch Adams fall ist gantz verderbt
Menschlich' natur und wesen :/:
Dasselb' gifft ist auff uns geerbt /
Daß wir nicht konten g'nesen /
Ohn GOttes trost /
Der uns erlöst
Hat von dem grossen schaden /
Darein die schlang
Evam bezwang /
Gott's zorn auff sich zu laden.

Durch Adams Fall sind wir verderbt
im Tichten und im Trachten.
Die Sünde wird auf uns vererbt.
Wir müßten trostlos schmachten,
wär Jesu Heil
nicht unser Theil.
Tief, tief sind unsre Wunden.
Ein jeder hat
bey Adams That
des Satans Neid empfunden.

       Lazarus Spengler, 1479-1534. Hier die erste Strophe in der Fassung des Colmarischen Lobopfers 1722 Nr. 327,1. Die gleiche Strophe hier im sehr veränderten Text des Colmarischen Gesangbuchs 1781 Nr. 104,1.

Melodie : Zahn (7549) : "Klug 1535" (Wittenberg), und dann "Köpffel 1537" (Straßburg).

Hepp 1809 Mülhauser Gesangbuch 1818 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
  297     47 p. 26 50 p. 36  
  (d moll)     (d moll) (d moll)  

Obgleich die Melodie in A anfängt und aufhört, ist sie der d-moll-Tonart näher als der a-moll-Tonart. Ob sie im "dorischen" Kirchenton geschrieben ist, mag ein Sachkundigerer entscheiden. - Parallelmelodien : siehe Was mein Gott will. Im Mülhauser Gesangbuch wird diese Melodie - in "ausgeglichener" Form - nach Ach höchster Gott, verleihe mir benannt, einem Liedanfang, der sonst im 19. Jh. die Melodie von Was mein Gott will bezeichnet.

Hören :  Mülhausen 1818 - Ihme 1875

Elsässische Choralmelodien