Es ist das Heil uns kommen her

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Es ist das Heil uns kommen her
von Gnad und lauter Güte ;
die Werk, die helfen nimmermehr,
sie mögen nicht behüten.
Der Glaub sieht Jesum Christum an,
der hat gnug für uns all gethan,
er ist der Mittler worden.

Das Heil ist uns gekommen her
aus Gottes freyen Gnaden.
Die Werke helfen nimmermehr
der Bürd uns zu entladen.
Der Glaube sieht auf Jesum Christ,
der unser Mittler worden ist ;
der hat uns Heil erworben.

       Paul Speratus, 1484-1551 (1523). Hier der Text des GCAK 1863 ("Alt") Nr. 239,1 (="Neu" Nr. 268,1). S. Wackernagel III Nr. 55 (S. 31).        Veränderter Text des Colmarischen Gesangbuchs 1781, Nr. 105,1. Die Gesangbücher der 1. Hälfte des 19. Jh.(inkl. des Straßburger Conferenzgesangbuches von 1850) enthalten das Lied gar nicht.

Melodie : "Mainz um 1390, Nürnberg 1523/1524" (EG). S. Zahn Nr. 4430 und Quellen Nr. 3. Die Melodie erschien also in der ersten für den Gemeindegesang bestimmten Sammlung. Ee ist eine der Melodien des sehr geläufigen siebenzeiligen Strophenmusters der deutschen Tradition, s. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut (Strophenmuster). Das Mülhauser Choralbuch stellt übrigens diese Melodie als erste zum Strophentyp Sei Lob und Ehr vor. Die wiederholten Noten am Anfang können dazu beigetragen haben, sie aus den beiden um 1850 erschienenen Choralbüchern (Str1850 und Stern) auszuschließen. Hier war in der alten Form der Rhythmus kein Problem, aber die Tendenz anfangs des 19. Jh. war, die Melodie zu verschnörkeln. Die Melodie, wie sie im Hepp-Herrenschneider-Choralbuch vorliegt, ist dafür ein gutes Beispiel. In diesem Fall ist übrigens die Melodie ganz genau dem französischen Straßburger Gesangbuch von 1758 entnommen worden.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Mülhausen 1865 Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
p. 3   3   p. 68 54 p. 30 57 p. 41 34 p. 35
F   F   Es D D Es

 

Hören : Hepp - Mülhausen 1865 - Ihme 1875 - Wolf

Elsässische Choralmelodien