Es spricht der Unweisen Mund wohl

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N.B. In Luthers Text der 1. Strophe ist die letzte Silbe der letzten Zeile keine wahrhaft unbetonte.

Es spricht der Unweisen Mund wohl :
den rechten Gott wir meinen.
doch ist ihr Herz Unglaubens voll,
mit That sie ihn verneinen.
Ihr Wesen ist verderbet zwar,
vor GOtt ist es ein Greuel gar,
es thut ihr keiner kein Gut.

       Text von Martin Luther, hier nach dem Choralbuch Halleluja von F.A. Ihme. Es ist eine Verdeutschung des Psalms 14. Ihme setzt das Lied in seinen "Anhang", weil es nicht im GCAK steht. Wir finden es im Elsass noch im Colmarischen Lobopfer (1722-1766), aber nicht mehr im "neuen" Colmarischen Gesangbuch von 1781.

Melodie : Zuerst erschienen bei Walter 1524,und schon 1526 in Straßburg (Zahn Nr. 4436), zu diesem Text. Vor allem im 16. Jh. verbreitet, aber, sagt Zahn (Band III ist 1890 erschienen), "auch jetzt noch teilweise bekannt". Das EG 1995 hat diese schöne Melodie wieder eingeführt, und zwar für D. Denickes Lied Herr, für dein Wort sei hoch gepreist. (n° 196). Nach dem Handbuch zum EG, Göttingen 2013 (Band 3 p. 18) wurde ursprünglich für letzteres Lied die Melodie Es ist das Heil uns kommen her vorgeschrieben.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
        227 p. 136 248 p. 158  
        G G  

Das Strophenmuster ist das sehr verbreitete von Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut (s. dort die Liste der Parallelmelodien), Allein Gott in der Höh sei Ehr, Es ist gewisslich an der Zeit, Nun freut euch, lieben Christen gmein usw. Wir fügen hier die Melodie - und auch den Satz - in der Form hinzu, die sie in einer Basler Ausgabe 1589 von Lobwassers Psalmen haben - hier ist der Text nicht von Lobwasser, aber das Basler Gesangbuch enthält am Ende eine Anzahl anderer Psalmen und Lieder.

Hören : Basler Ausgabe 1589 von Ambrosii Lobwassers Psalmen Davids - Ihme 1875