Es woll uns Gott genädig sein

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Es wolle Gott uns gnädig sein
und seinen Segen geben;
sein Antlitz uns mit hellem Schein
erleucht zum ewgen Leben,
daß wir erkennen seine Werk
und was ihm lieb auf Erden
und Jesus' Christus' Heil und Stärk
bekannt den Heiden werden
und sie zu Gott bekehren.

       Martin Luther, 1483-1546 (1524) (EG). Hier in der Version des GCAK, wo die erste Zeile modernisiert wurde (wie auch im EG n° 280, aber nicht in Ihmes Choralbuch). In der 3. Strophe sind die 6. und 8. Zeile 8d statt 6dn (vorletzte Note verdoppelt). - Sonderbar ist hier die Schreibung "Jesus' Christus'" anstatt des damals normalen "Jesu Christi". Wahrscheinlich hat das EG hier den Originaltext, wenn es schreibt "und Jesus Christus, Heil und Stärk", wenngleich dies auch nicht vollkommen befriedigend erscheint. Der Liedanfang lautet im EG "Es wolle Gott uns gnädig sein"

Melodie : "15. Jh., bei Ludwig Senfl 1522, Matthäus Greiter 1524 oder Magdeburg 1524" (EG). S. Zahn 7247. Ihme schreibt nur "Straßburg 1525", was auf Matthäus Greiter hinweist (er war in Bayern geboren, lebte aber in Straßburg). Das Lied steht in der Straßburger Kirchenordnung 1524 oder 1525.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
        59 p. 34 62 p. 44  
        (a moll) (a moll)  

Die Melodie ist eigentlich in der phrygischen Tonleiter (von E ausgehend) geschrieben. Der Satz lehnt sich dabei aber an die a-moll-Tonleiter. Wenngleich diese Melodie in den Choralbüchern vor Ihme nicht zu finden ist, muss sie dennoch bei vielen Gemeinden bekannt gewesen sein, sonderlich in Straßburg, denn sie erscheint in einer veränderten Form (aber in der gleichen Tonlage) im französischen Straßburger Gesangbuch 1769. - Das Strophenmuster ist das des Lieds Christ unser Herr zum Jordan kam.

Hören : Ihme 1875 - Cantiques 1769.

Elsässische Choralmelodien