Gott des Himmels und der Erden (Alberti)

7an-7b-7an-7b-7c-7c

Gott des Himmels und der Erden,
Vater, Sohn und heilger Geist ;
der es Tag und Nacht läßt werden,
Sonn und Mond uns scheinen heißt ;
dessen starke Hand die Welt,
und was drinnen ist, erhält.
2. Gott, ich danke dir von Herzen,
daß du mich in dieser Nacht
für Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen
hast behütet und bewacht ;
daß des bösen Feindes List
mein nicht mächtig worden ist.

       Heinrich Albert oder Alberti, 1604-1651 (1642). Hier im Text des Colmarischen Gesangbuchs 1781, Nr. 273,1-2.

Melodie : Heinrich Albert (1642). Die Originalmelodie finden wir auch bei Ihme nicht. Sie wird aber im EG (Nr. 445) wieder eingeführt. Ihme kehrt immerhin zum 3/4.-Takt der Originalmelodie zurück ; bis zu Stern finden wir eine nicht nur durch den Rhythmus verschiedene Form. Auch Wolf gibt 1899 noch (oder wieder) die Wahl zwischen der rhythmischen und der zuvor üblichen Form, wählt aber 1904 die rhythmische Form. In der französischen Tradition benutzt das 1908 erschienene Recueil de cantiques à l'usage des églises évangéliques de France noch genau die Form der Melodie, die wir im Hepp-Choralbuch vorfinden. - Hepp, Str1850 und die Colmarer Sammlung geben diese Melodie nur als "2. Melodie" zu diesem Text. Die "erste" Melodie ist dort Crügers Melodie (Zahn 3615).

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Mülhausen 1865 Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
p. 55 41 47 p. 26 p. 26 64 p. 37 71 p. 51 44 p. 45 & 45 p. 46
B B B A As G G G
Mülhauser Gesangbuch 1818 Nr. 491(in B) ; dazu Nr. 323 (auch in B, anderes Versmaß, s. unten)

Hier die beiden Formen der Melodie : die nicht-rhythmische, die im Laufe des 19. Jh. die gebräuchliche gewesen sein sollte, und die heute wieder allgemein bekannte rhythmische, die aber mit der Originalform nicht identisch ist, s. Zahn Nr. 3614a. Die Melodie des Mülhauser Choralbuchs ist von allen anderen deutlich verschieden, und lehnt sich nur stellenweise an das Original an. Das Mülhauser Gesangbuch 1818 enthält diese Melodie zweimal ; auf Nr. 491 steht sie in genau der gleichen Form wie bei Hepp zum Text Gott des Himmels und der Erden ; aber unter Nr. 321 steht eine Variante (<3an-3an-7b-3cn-3cn-7b-3n(-3n)-7b>) für den Text Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig, der sonst eine eigene Melodie besitzt. - Zum gleichen Strophenmuster gehören die folgenden Melodien :
Unser Herrscher, unser König = Wer sind die vor Gottes Throne ? (bei Wolf : die Form, in der die zwei letzten Zeilen nicht mit einer unbetonten Silbe enden)
O Jerusalem, du schöne
Jesus, Jesus, nichts als Jesus, sofern die von dieser Melodie geforderte Zweiteilung der letzten Zeile möglich ist.
Dir sei Preis, ich wache wieder, im Mülhauser Gesangbuch von 1818
und selbstverständlich die zweite Melodie von Gott des Himmels und der Erden, von J. Crüger.
Am Anfang des 18. Jh. kam zu diesen Melodien noch die von Jesu, komm, mein Trost und Lachen. Das betreffende Lied verschwindet aber nachher aus den Gesangbüchern.

Hören : Alberti Originalform - Hepp - Stern-Berg 1851 - Ihme 1875 - Mülhausen 1865

Elsässische Choralmelodien