Gott ist mein Lied (nach Schmidlin)

4a-6bn-4-6bn-8a

Gott ist mein Lied !
er ist der Gott der Stärke,
hehr ist sein Nam'
und groß sind seine Werke,
und alle Himmel sein Gebiet.
               
Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769). In der 3. Zeile schreibt Zahn Nr. 78 - und auch das Conferenz-Gesangbuch von 1850 - "Herr ist sein Nam". Gellert hat "hehr" geschrieben.
Während das Spitta-Gesangbuch 1899 (n° 209) alle 15 Strophen des Gellertschen Lieds behält, finden wir im Conferenz-Gesangbuch (n° 2) nur die Strophen 1-4 und 10.

Melodie : S. Zahn Nr. 88b. Zahn betrachtet die Strophe als vierzeilig. Das ist sie auch, wenn man nur die Reime in Betracht zieht, und Gellert druckt sie auch entsprechend auf vier Zeilen per Strophe. Aber die dritte (viersilbige) Zeile ist rhythmisch ebenso streng von der folgenden getrennt wie die erste. Deshalb wurde die Strophe hier als fünfzeilig betrachtet. Die Melodie ist laut Zahn eine Vereinfachung durch Johann Heinrich Egli (1742-1810) einer Melodie von Johannes Schmidlin (zuerst erschienen in einer ganz C.F. Gellert gewidmeten Sammlung Geistliche Oden und Lieder, Zürich, 1761). Die Originalform der Melodie bei Zahn Nr. 88a wird wohl nicht für den Gemeindegesang bestimmt gewesen sein. Im Mülhauser Gesangbuch 1818 ist die gleiche Melodie rhythmisch verschieden.

 

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Mülhausen 1860 Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
      p. 27 p. 32      
      C C      
Mülhauser Gesangbuch 1818 Nr. 9 (B dur).

Die Melodie ist bei Stern und im Mülhauser Choralbuch genau die gleiche. Bei Stern finden wir sie erst in der zweiten Ausgabe (1869), wo sie "Züricher Melodie" zu diesem Lied genannt wird, im Gegensatz zu der Stötzer-Melodie, die folgt. - In den elsässischen Choralbüchern des 19. Jh. findet man nämlich zu Gellerts Text noch zwei andere Melodien : die Stötzer-Melodie (bei Stern und im Mülhauser Choralbuch) und die von C. Ph. E. Bach (bei Wolf).

Hören : Mülhausen 1818 (Satz MH) - Stern