Großer Gott, wir loben dich

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Großer Gott, wir loben dich;
Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich
und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit,
so bleibst du in Ewigkeit.

       "1779 nach dem Te Deum" (GCAK "Neu" Nr. 692,1)." Ignaz Franz, 1719-1790 (1768) nach dem Te Deum laudamus (4. Jh.)" (EG). Der Text ist im Stil der Aufklärungslieder. Für Fr.W. Bautz im Kirchenlexikon ist er "ein schwächlicher Ersatz für das altkirchliche "Tedeum" und Martin Luthers «Herr Gott, dich loben wir»".

Melodie : "Nach Peter Ritter 1792" (Ihme). "Lüneburg 1668, Wien um 1776, Leipzig 1819" (EG). Bei Zahn Nr. 3495 wird als älteste Quelle das Choralbuch von Johann Gottfried Schicht (Leipzig, 1819) angegeben. Zu welchem Lied die Melodie ursprünglich komponiert worden ist, steht im EG nicht. Bei Th. Stern erscheint sie erst in der 2. Ausgabe (1869), als dritte Wahl zu Meinen Jesum lass ich nicht. Er bemerkt dazu "Rhythmisch" und schreibt sie Josef Haydn zu. Der Text Großer Gott,  wir loben dich wird dabei nicht erwähnt - und steht übrigens nicht im Straßburger Conferenz-Gesangbuch 1850, für das dieses Choralbuch eigentlich bestimmt war. Im Mülhauser Choralbuch steht sie als zweite Wahl zum Strophenmuster von Meinen Jesum lass ich nicht (mit dem Text Großer Gott zwischen den Zeilen), nach der Hammerschmidt-Melodie (Zahn 3449) und vor der von Jesus meine Zuversicht. Auch Ihme setzt sie unter den Titel Meinen Jesum lass ich nicht (als "3. Weise"), und setzt auch die erste Strophe dieses Lieds zwischen die Zeilen ; nur in Klammern steht unter dem Titel "Urspr. Großer Gott, wir loben dich". Wenn die Melodie schon 1668 erschienen ist, ist dies selbstverständlich ein Irrtum. Erst Wolf bekennt sich auch zu dem Text Großer Gott, wir loben dich. Allerdings bringt auch er die Melodie nur in einer Reihe von "Liedern für den Kindergottesdienst".

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Mülhausen 1865 Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
      p. 49 p. 56 130 p. 76 138 p. 91 153 p. 162
      G G G G G

Das Lied wird hier im Satz von Theophil Stern gegeben. Gelegentlich sind die zwei letzten Zeilen auch zweimal gesungen worden (das erste Mal mit der letzten Note auf der Terz H). Dieses Lied ist eines der wenigen, die sowohl in römisch-katholischen wie in evangelischen Gemeinden im Elsass oft gesungen wurden. Es ist scheinbar das einzige, das auch heute noch in katholischen Gemeinden auf deutsch gesungen wird (die erste Strophe jedenfalls). Der Autor war übrigens ein Katholik. - Die "Parallelmelodien" zu diesem Strophenmuster sind unter Meinen Jesum lass ich nicht (Übersicht) zu finden.

Hören : Stern

Elsässische Choralmelodien