Herr Jesu Christ, du höchstes Gut (Crüger)

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Herr Jesu Christ, du höchstes Gut,
du Brunnquell aller Gnaden,
sieh doch, wie ich in meinem Mut
mit Schmerzen bin beladen
und in mir hab der Pfeile viel,
die im Gewissen ohne Ziel
mich armen Sünder drücken.
        Bartholomäus Ringwaldt (1530-1599). Text nach dem GKAK "Neu" Nr. 250,1.

Diese Melodie steht nicht in den älteren elsässischen Gesang- und Choralbüchern. Sie wird hier nur deshalb aufgeführt, weil sie mit anderen Melodien gleicher oder ähnlicher Benennung könnte verwechselt werden. S. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut (Strophenmuster). Sie ist von Johann Crüger und erschien zuerst in Runges Gesangbuch 1653 (Zahn Nr. 4545). Im EG Nr. 326 wird darauf hingewiesen, dass sich Crüger dabei von der Melodie des Guillaume Franc / Louis Bourgeois zu Psalm 118 inspirieren ließ (s. hierselbst, Wie groß ist des Allmächt'gen Güte, frz. Psalmmelodie), die jedoch von einem verschiedenen Strophenmuster ist. Das gleiche EG gibt auf dieser Nummer der Melodie den Namen Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, der sonst (jedenfalls hier) der Melodie Zahn 4713 zukommt, die allerdings bei Zahn mit dem frz. Text Faisons éclater dans nos chants verbunden wird (in der Ausgabe von 1747, n° 3, lautet der Textanfang "Peuple chrétien, sois pénétré de la plus vive joye"). Bei Crüger ist diese Melodie (laut Zahn 4545) eine der Melodien zu Herr Jesu Christ, du höchstes Gut (Variante bei Crüger : O Jesu Christ, du höchstes Gut). Zahn hat eine Form der Melodie, die rhythmisch ein wenig von der in Crügers Praxis Pietatis (1653) angetroffenen abweicht (Die Varianten werden angezeigt, aber nicht sehr sichtbar). Das EG hat genau die Crügersche Melodie.

Hören : Zahn 4545 - Crüger 1653 (Runge n° 53)