Herzlich tut mich erfreuen = Der Bräutgam wird bald rufen

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Herzlich thut mich erfreuen
die liebe Sommerzeit,
wann Gott wird schön verneuen
alles zur Ewigkeit.
Den Himmel und die Erden
wird Gott neu schaffen gar;
all Kreatur soll werden
ganz herrlich, hübsch und klar.
Der Bräutgam wird bald rufen :
Kommt all, ihr Hochzeitgäst !
Hilf Gott, daß wir nicht schlafen
in Sünden schlummern fest,
bald habn in unsern Händen
die Lampen, Oel und Licht,
und dürfen uns nicht wenden
von deinem Angesicht.
       Johann Walther, 1496-1570 (1552), hier zitiert nach Zahn Nr. 5361a.        ebenfalls von Johann Walther. Hier im Text des GCAK, Nr. 449,1.

Melodie : "1605" (Ihme) "Wittenberg 1545" (EG), cf Zahn 5361. Johann Walther hat sein Lied Herzlich tut mich erfreuen unter Anlehnung an ein weltliches Lied gleichen Textanfangs geschrieben. Die Melodie taucht erst bei Ihme wieder auf, und fehlt in keinem der neueren Gesangbücher (GKAKEL, EG). - Die Parallelmelodien zu diesem Strophenmuster werden unter Valet will ich dir geben, Übersicht aufgezählt.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
        37 p. 20 40 p. 30  
        D D  

Bei Ihme steht die Melodie unter dem Namen Der Bräutgam wird bald rufen, weil dans Lied Herzlich tut mich erfreuen nicht im GCAK steht. Es ist aber im GKAKEL und im EG wieder zu finden. Ihmes Melodie ist von der Originalmelodie von 1545 (Zahn 5361a) ziemlich verschieden. Letztere finden wir im EG 148 wieder. Ihmes Melodie ist in Anlehnung an die Variante von Gesius 1605 (Zahn 5361b) entstanden, ist aber mit ihr nicht ganz identisch.

Hören : Walter 1545 - Ihme 1875

Elsässische Choralmelodien