Ich hab mein Sach Gott heimgestellt

8a-8a-8b-4b-8b (unten rechts 10a-6bn-10a-4a-6bn)

Ich hab mein Sach Gott heimgestellt,
er machts mit mir, wies ihm gefellt.
Soll ich allhier noch lenger lebn,
nicht widerstrebn,
seim Welln thu ich mich gar ergebn.
Ich weiß mir ein Röslein, ist hübsch und fein,
es thut mir wol gefallen
Es geliebet mir in dem hertze mein,
das Blümelein
ob andren Rößlein allen.
       Johannes Leon, ?-1597, hier im Originaltext nach Wackernagel        Wackernagel V,11 S. 10, unter dem Namen Heinrich Schütz. Das "Röslein" oder "Blümlein" ist Gottes Wort. Im Einzelnen stellt die Anpassung der Melodie von einem Strophenmuster zum andern kein schweres Problem.

Melodie : "1589" (Ihme) - "Cassel 1601" (Wolf). Bei Zahn sind dies zwei verschiedene Melodien, Nr. 1678 und 1679, die aber einander sehr ähnlich sind. Die erste wurde von Johannes Rhau in Frankfurt am Main veröffentlicht, und zwar mit dem Text ich weiß mir ein Röslein hübsch und fein (im gleichen Band steht auch ein Lied Ich hab mein Sach Gott heimgestellt, das aber auf ein anderes Strophenmuster aufgebaut ist). Die zweite (1601) erschien in einem Kassler Gesangbuch, und wird im Quellennachweis (Nr. 358) als "Umbildung" bezeichnet.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Mülhausen 1865 Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
        p. 108 91 p. 52 98 p. 66 60 p. 62
        a moll g moll g moll a moll

Ihme gibt, wie meistens, die rhythmische Form der Melodie. Wir fügen die nicht-rhythmische von Wolf hinzu, weil sie ganz bestimmt im 19. Jh. die verbreitetste gewesen ist. Das Mülhauser Choralbuch hat sich hier für die rhythmische Melodie entschieden. Das Lied ist aus dem EG verschwunden. Im Mülhauser Gesangbuch von 1818 finden wir eine zweite Melodie zu diesem Text. - Nach dem GCAK ist die Melodie von Wohlauf, wohlan zum letzten Gang eine Parallelmelodie zu dieser. Jedoch muss dann die 4. Zeile des Textes wiederholt gesungen werden.

Hören : Ihme 1875 - Wolf

Elsässische Choralmelodien