Ich weiß, mein Gott, daß all mein Tun

8a-8a-6bn-4c-4c-6bn oder 8a-8a-6bn-8-6bn

Ich weiß, o Gott, daß all mein Tun
und Werk auf deinem Willen ruhn ;
von dir kommt Glück und Segen.
Was du regierst, das geht und steht
auf rechten, guten Wegen.

       Paul Gerhardt, 1607-1676 (1653), hier nach dem GCAK. Der Originaltext sagt mein Gott.

Melodie : Ihme 1875 schreibt dazu : "Seth Calvisius ? 1594", lässt aber diesen Namen in der Ausgabe von 1888 verschwinden, die das Datum 1580 angibt. Seth Calvisius (Kalwitz), 1556-1615 war eine vielseitige und interessante Persönlichkeit, s. http://www.bautz.de/bbkl/c/calvisius_s.shtml. Diese Melodie steht im EG 1995 mit dem Namen Mein schönste Zier und Kleinod bist. Bei Zahn Nr. 2461c steht sie zum Text In dich hab ich gehoffet, Herr. Im Hanauischen Gesangbuch aus dem Jahre 1707 (Nr. 56) steht diese Melodie zum Text Im finstern Stall, o Wunder groß (Weihnachtslied).

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
        94 p. 54 101 p. 67  
        F F  

Ihme schreibt 1875 zu dieser Melodie : "Urspr. Erhör mich, wenn ich ruf zu dir". In der Ausgabe von 1888 verschwindet auch dieser Vermerk, und an seine Stelle tritt : "Z.T. In dich hab ich gehoffet, Herr". Warum diese Melodie zu diesem Text vorgeschlagen wird ist leicht zu verstehen : hier werden die 4. und 5. Zeile des Textes viel deutlicher getrennt als in der normalen Melodie zu In dich hab ich gehoffet, Herr. Sonderbarerweise bezeichnet er aber auch diese Melodie als "5-zeilig", was für den Text von Paul Gerhardt hier wohl zutrifft, nicht aber für In dich hab ich gehoffet, der entschieden 6-zeilig ist.

Hören : Ihme 1875

Elsässische Choralmelodien