Ich will dich lieben, meine Stärke

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Ich will dich lieben, meine Stärke ;
ich will dich lieben, meine Zier ;
ich will dich lieben mit dem Werke
und immerwährender Begier ;
ich will dich lieben, schönstes Licht,
bis mir das Herze bricht.

       Angelus Silesius = Johann Scheffler, 1624-1677 (1657). Hier nach dem GCAK Nr. 303,1.

Melodie : "Bei Johann Balthasar König 1738" (EG)

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Mülhausen 1865 Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
        p. 109 95 p. 55 102 p. 68 62 p. 64
        Es E D Es

Dieses Lied war aus dem GKAKEL (wahrscheinlich als zu sentimental) ausgeschlossen worden, kehrt aber im EG wieder. Es steht weder im Colmarischen Gesangbuch 1781 noch im Straßburger Gesangbuch 1808. Das Strophenmuster ist nicht gebräuchlich. Zahn (Nr. 2763) gibt 12 Melodien dazu, die aber allesamt "Zu demselben Lied" (eben diesem) komponiert worden sind, und er bemerkt : "Dieses Lied Schefflers ist öfters so verändert worden, daß man in der letzten Zeile zwei Silben zugesetzt hat." Dadurch erhält man dann ein klassisches Muster (s. Wer nur den lieben Gott lässt walten, Übersicht). Im Mülhauser Choralbuch werden beide Möglichkeiten zur Wahl geboten, aber das entsprechende Gesangbuch (Nr. 291) hat den "erweiterten" Text und lässt übrigens das Lied auf die Melodie Ich habe nun den Grund gefunden, d.h. Nach einer Prüfung kurzer Tage singen.

Hören : Wolf - Beide Formen der letzten Zeile im Mülhauser Choralbuch : 6 Silben - 8 Silben. Das Ende der 1. Strophe lautet in der verlängerten Version "...bis mir das Herz im Tode bricht". Im Mülhauser Gesangbuch von 1865 steht der Text mit 8 Silben in der letzten Zeile, und mit der Melodieangabe Ich habe nun den Grund gefunden. Das Choralbuch von 1870 gibt keiner Melodie diesen Namen. Jedenfalls ist das Strophenmuster das von Wer nur den lieben Gott lässt walten.

Elsässische Choralmelodien