Ich wollt, daß ich daheime wär

8a-8a

Ich wollt, daß ich daheime wär
und allen Trost der Welt entbehr,
daheim im Himmel meine ich,
da ich Gott schaue ewiglich

Ich wollt, daß ich daheime wär,
den Trost der Welt ich gern entbehr. 
Daheim im Himmel meine ich,
da ich Gott schaue ewiglich.

nach Heinrich von Laufenberg (um 1390-1460), hier im Text des Spitta-Gesangbuchs 1899 (n°336). Dies sind die zwei ersten Strophen.

Version des "neuen" GCAK n° 701 (im "alten" GCAK steht das Lied nicht). Hier ist es die erste Strophe, da das Lied in diesem Gesangbuch auf die vierzeilige Melodie von Nun lasset uns den Leib begrabn gesungen wird.

Melodie : "Straßburger Handschrift, 1430" (Wolf) - "...1870 verbrannt. Mel. nach Dr. Arnolds Übertragung" (Zahn 1).

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
            63 p. 65
            (d moll)

Sehr seltener Fall einer zweizeiligen Strophe - die aber manchmal, wie man sieht, zu einer vierzeiligen Form umgearbeitet wurde. Das Lied gehört zu denjenigen, die im Spitta-Gesangbuch u.a. aufgrund ihres regionalen Ursprungs Aufnahme gefunden haben. H. v. Laufenberg, der wahrscheinlich ein geborener Schweizer war, hat in Straßburg gelebt. Das EG n° 517 hat noch einen anderen Text. In Philipp Wackernagels Kleinem Gesangbuch für Kirche, Schule und Haus, Bertelsmann, Gütersloh 1860 n° 74 lauten die zwei ersten Strophen : "Ich wollt, daß ich daheime wär, und aller Welt nicht diente mehr. Ich mein daheim im Himmelreich, da ich Gott schauet' ewiglich." Diesen Text der 1. Strophe lesen wir auch bei Zahn. Auf einer Internetsite steht der Textanfang als Melodieangabe in der Form "Ich woelt das ich do heime wer vnd aller welte trost entber." Da die Originalhandschrift verbrannt ist, und wahrscheinlich nicht zuvor wortgetreu abgeschrieben wurde, werden wir wohl nie genau erfahren, wie das Lied im 15. Jh. aussah. Auch Wackernagel sagt in seinem Gesangbuch von 1860 (also vor dem Brand erschienen), der Text sei "nach Heinrich von Laufenberg".

Hören : Ph. WackernagelWolf

Elsässische Choralmelodien