Im Frieden dein, o Herre mein

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Im Originaltext reimte sich die Endzeile nicht mit den beiden anderen längeren Zeilen der Strophe ; bei Spitta tritt hier der gleiche Reim zum dritten Mal auf.

Im Frieden dein,
o Herre mein,
wollst mich nun ruhen lassen;
als mir ward Bscheid
von dir geseit,
so hast mich jetzt begossen,
daß mein Gesicht
mit Freuden spricht,
den Heiland habs gesehen.
Im Frieden dein,
o Herre mein,
laß ziehn mich meine Straßen.
Wie mir dein Mund
gegeben kund,
schenkst Gnad du ohne Maßen,
hast mein Gesicht
das selge Licht
des Heilands schauen lassen.
       Johannes Englisch, 1500-1577, aus Buchsweiler (Bouxwiller) im Unterelsass gebürtig ; er blieb bis zu seinem Tod in Straßburg tätig. Sein Text wird hier nach Zahn, Nr. 7168, zitiert.        Friedrich Spitta, 1852-1924, der J. Englischs Text (cf. Lobgesang des Simeon, Lukas 2,25-35) in einer modernisierten Form zum Danklied nach dem Abendmahl umdichtete. Das "Spitta-Gesangbuch" brachte in seiner neuen Form dieses alte Lied wieder unter die Leute.

Melodie : "Straßburg 1530", sagen zugleich Zahn (Nr. 7168), J. Wolf und das Spitta-Gesangbuch. Die Melodie wurde aber gleich 1531 in Nürnberg wieder gedruckt. In der Originalform war die vorletzte Silbe der Strophe noch etwas mehr verziert als hier im Wolf-Choralbuch.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
            70 p. 72
            F

Hören : Wolf

Elsässische Choralmelodien