Jesus geht zu seinem Leiden

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Jesus geht zu seinem Leiden,
auf, mein Herz ! und gehe mit,
laß die eiteln Wollustfreuden,
fördre deinen Glaubenstritt.
Wer allhier mit Jesu geht,
wird mit Jesu dort erhöht.

       Johann Christian Frauenholtz (1684-1754) "vor 1727", sagt das GCAK 1863 Nr. 76, woher dieser Text entnommen wurde. Dieser Frauenholtz war in Coburg (Nordbayern) zur Welt gekommen, war aber Capellmeister der evangelischen Kirchen von Straßburg, wo er auch starb. Außer dem Mülhauser Gesangbuch 1865 (Nr. 42) stand dieses Lied in der 1. Ausgabe des GCAK 1863 (Nr. 76), wurde aber dann von 1870 an weggelassen. In den anderen elsässischen Gesangbüchern, die hier berücksichtigt wurden, steht es nicht.

Melodie : S. Zahn Nr. 3657, wo die Melodie mit dem Text Jesus, Jesus, nichts als Jesus (von Ludämilie Elisabeth von Schwarzburg-Rudolstadt) verbunden wird. Die Melodie erschien zuerst in Christian Friederich Witts Psalmodia Sacra in Gotha anno 1715. Sie ist meines Wissens im Elsass nur in diesem Mülhauser Choralbuch zu finden. Zahn fand sie in etlichen Veröffentlichungen des 18. Jh. und bei Schicht 1819.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Mülhausen 1860 Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
        p. 28      
        g moll      

Im Mülhauser Choralbuch ist diese Melodie die dritte und letzte der Melodien des Strophenmusters von Gott des Himmels und der Erden, mit dem Text Jesus geht zu seinem Leiden. - Im GCAK steht das Lied in einer veränderten Form, mit dem Strophentyp <7an-7b-7b-7an-7c-7c> (Austausch zwischen den Zeilen 3 und 4). Den Originaltext habe ich bisher nicht ausfindig gemacht, aber wenn ein Komponist schon eine eigene Melodie zu diesem Lied komponierte, so wird es doch wahrscheinlich zum schon bestehenden Strophentyp sein. Im GCAK wird die veränderte Strophe auf die Melodie von Ach, was soll ich Sünder machen gesungen.

Hören : Mülhausen 1865