Lob GOtt getrost mit Singen

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Lob Gott getrost mit Singen
frohlock, du christlich Schar !
Dir soll es nicht misslingen
Gott hiloft dir immerdar
Ob du gleich hier musst tragen
viel Widerwärtigkeit,
sollst du doch nicht verzagen ;
er hilft aus allem Leid

Ich dank dir, lieber Herre,
daß du mich hast bewahrt
in dieser Nacht Gefährde,
darin ich lag so hart
mit Finsternis umfangen,
dazu in großer Not
daraus ich bin entgangen,
halfst du mir, Herre Gott.
Gedult die solln wir haben /
allhie auff dieser Erd :/:
vnd allen Vnfall tragen/
darzu seyn vnbeschwert/
Gedult gehört zu allem/
das vns der Vnfall bringt/
bitt Gott daß dirs gefalle/
wenn Vnglück mit dir ringt. .
Hier zitiert aus EG 243. Alle Quellen sagen zu diesem Text : "Böhmische Brüder 1544". Unter 5354a schreibt Zahn den Text Johann Horn zu, der im Gesangbuch von 1544 die Vorrede unterzeichnet. Im "Neuen" GCAK (von 1908 an) wird der Text Michael Weiße zugeschrieben. Lied von Johannes Kolross (oder Kolros, um 1487-1558/60). EIne Website sagt dazu, der Text sei 1532 in Nürnberg zuerst erschienen. Zu diesem Text finden wir eine Form der Melodie auch bei J.S. Bach. Text aus dem Gesangbuch Lüneburg 1630 p. 419 : "Ein schöner Psalm / von Christlicher Gedult / Im Thon : Entlaubt ist vns der Walde.", 

Melodie : Auch die Melodie wird mit "Böhmische Brüder 1544" kommentiert. Es handelt sich um ein in Nürnberg gedrucktes Gesangbuch für die Gemeinden in Böhmen und Mähren, s. Zahn Quellen 77. Die Melodie ist bei Zahn 5354, wo auf das gleiche Gesangbuch durch "Horn 1544" verwiesen wird. Als weltliche Quelle wird angegeben das Lied Entlaubt ist uns der Walde, das auch noch auf dem Internet zu finden ist. Außerdem wid das Lied Geduld die solln wir haben als eines der ältesten gesitlichen Lieder angegeben, das auf diese Melodie gesungen wurde. s. die Website s. die Website <http://www.lieder-archiv.de/entlaubet_ist_der_walde-notenblatt_300209.html>

Hepp 1809 Straßburg um 1850 Colmarer Sammlung Stern 1851 Ihme1875 Ihme 1888 Wolf 1899
             
             

Diese Melodie steht in keinem unserer alten Choralbücher, auch nicht in Ihmes Halleluja. Bei Ihme erscheint erst spät (noch nicht in den zwei ersten Ausgaben des Choralbuchs, 1875 und 1888) eine Melodie Dank sei Gott in der Höhe (Zahn 5391) von diesem Strophentyp, die zuerst bei B. Gesius 1605 erschienen war, und diese Melodie wird im "Neuen" GCAK zu Lob Gott getrost mit Singen vorgeschrieben. Letzteres Lied steht übrigens erst im "neuen" (nicht im "alten") GCAK 1908 (Nr. 204), und dann im GKAKEL (165) und im EG (243). Die vorliegende Melodie ihrerseits steht bei Zahn 5354 zum Text Lob GOtt getrost mit Singen, wird aber später vor allem nach Ich dank dir, lieber Herre benannt. Das Lied Ich dank dir, lieber Herre hat in Crügers Praxis Pietatis eine eigene Melodie, eben diese. Noch 1690 steht sie in diesem Gesangbuch. In der Ausgabe von 1730 steht das Lied mit der Melodieangabe Walts Gott, mein Werk ich lasse, aber an letzterem Lied wird die Melodie Herzlich thut mich verlangen vorgeschrieben. J.S. Bach hat jedoch diese Melodie verwendet. - Eine Form der Melodie steht in den Choralbüchern zum GKAKEL 1952 und zum EG 1995.

Hören : Horn 1544 (in C). - Scheidt 1650 (in F) - Crüger 1662 (in F)
- J.S. Bach (in A) - EG 1995 Nr. 243 (in F)

 

Unter dem Namen "Horn" steht hier, wie bei Zahn, die älteste Form der Melodie. - Scheidt hat sie etwas verändert in seine "Görlitzer Tabulatur" aufgenommen. Crüger vereinfachte sie teilweise, J.S. Bach auch auf andere Weise. Die Form, unter der sie im GKAKEL 1952 (Nr. 165, in G) und im EG 1995 (Nr. 243, in F) erscheint, wird im EG "Bei Otto Riethmüller 1932" gemeldet.