Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren

13an-13an-4b-7b-7an

Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren,
meine geliebete Seele, das ist mein Begehren.
Kommet zuhauf,
Psalter und Harfe, wacht auf,
lasset die Musicam hören !
Hast du denn, Liebster, dein Angesicht gänzlich verborgen,
daß wir ohn Hülfe hinlaufen viel Nächte und Morgen ?
Wie hast du doch,
Süßester, können annoch
über mich bringen dies Sorgen ?
       Joachim Neander, 1650-1680 (1680). Hier der Text von Ihme 1875 (s. Notiz unten).        Ahasverus Fritsch (1629-1701), s. Fischer & Tümpel V,569 S. 515. Hier zitiert nach Zahn, Nr. 1912. Im Stralsunder Gesangbuch 1665. Das Lied ist ein Zwiegespräch zwischen der christlichen Seele und Jesus. In J. Neanders Liederbuch Bundeslieder und Dankpsalmen (1680) steht als Melodie zum Lied Lobe den Herren, den mächtigen  "Hastu dann JEsu dein Angesicht".

Melodie : Sie wurde zuerst zum Lied Hast du denn, Liebster, dein Angesicht gänzlich verborgen ? komponiert und erschien im Gesangbuch zu Stralsund 1665 in einer etwas verschiedenen Form ; mit diesem -ziemlich veränderten - Text finden wir sie auch im Hanauischen Gesangbuch 1707 (Nr. 449). Es sind mehrere Varianten im Umlauf, s. Zahn Nr. 1912 u. 1913 ; die im Elsass übliche Form, die auch im EG Nr. 316, und zuvor im württembergischen Gesangbuch von 1912 und im deutschschweizerischen -reformierten- Gesangbuch von 1906 zu finden ist, wird dabei nicht ausdrücklich erwähnt. Heute ist sie zu dem Text Lobe den Herren weltweit bekannt, und das EG gibt die erste Strophe des Textes auch auf Englisch, Französisch, Schwedisch, Polnisch und Tschechisch.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Mülhausen 1865 Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
    83 p. 39 p. 48 120 p. 70 126 p. 82 75 p. 78
    G G G G G G
Mülhauser Gesangbuch 1818, Nr. 254 (in G).

Die zweite Zeile des Textes Lobe den Herren, den mächtigen, sowie Teile der restlichen Strophen, gibt es in abweichenden Formen. Dies hier ist die Originalform (s. die Ausgabe der Bundeslieder und Dankpsalmen von Neander in der Schriftenreihe des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte, 1984 Nr. 79 S. 42). Die letzten Silben werden darin wiederholt. Der hier gebotene Satz (a.a.O. S. 127) wurde von Oskar Gottlieb Blarr nach Neanders eigener Bezifferung ausgesetzt. Das EG gibt unter der Nummer 316 zuerst die allgemein übliche Form der 2. Zeile : "Lob ihn, o Seele, vereint mit den himmlischen Chören", und das ganze Lied in der "ökumenischen Fassung 1973", dann den Originaltext von Joachim Neander unter der Nummer 317 (immerhin wird darin die Musicam durch den Lobgesang ersetzt). Wolf setzt 1899 den Originaltext auf die 2. Zeile, während das Spitta-Gesangbuch und auch das Choralbuch schon in der Ausgabe von 1900 die übliche Fassung bieten. Das Mülhauser Gesangbuch 1818 hat einen veränderten Text (Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehre ; / stimme frohlockend mit ein in die himmlischen Chöre, / Seele ! dein Dank / schalle mit frohem Gesang / deinem Erhalter zur Ehre.) Der Ausdruck die Musicam erscheint nur in Ihme 1875 (und bei Zahn) ; alle anderen Quellen sagen den Lobgesang..

Hören : Hast du denn, Liebster (Stralsund 1665) - Melodie von 1680 bei Neander - Hanauisches Gesangbuch 1707 - Mülhauser Gesangbuch 1818 - Stern - Ihme 1875 - Wolf

Elsässische Choralmelodien