Lobe den Herren, o meine Seele

9an-8b-9an-8b-8c-8c-8

Lobe den Herren, o meine Seele !
Ich will ihn loben bis in Tod ;
weil ich noch Stunden auf Erden zähle,
will ich lobsingen meinem Gott.
Der Leib und Seel gegeben hat
werde gepriesen früh und spat.
Halleluja, Halleluja.
Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren,
und kehren um zu ihrem Staub ;
ihre Anschläge sind auch verloren,
wenn nun das Grab nimmt seinen Raub.
Weil dann kein Mensch uns helfen kann,
rufe man Gott um Hilfe an.
Halleluja, Halleluja.
       Johann Daniel Herrnschmidt, 1675-1723 (1714), hier im Text des GCAK Nr. 475,1 und 2.

Melodie : "Ansbach1664/65, Halle 1714" (EG). Das erste Erscheinen geschah nach Zahn 4994  in der Seelenharpff Onolzbach (= Ansbach), in einer Ferneren Zugab, mit dem Text "Lobet den Herren aller Herren". Die Melodie, zum Strophentyp <8an-8b-8an-8b-9c-8c-8>, war von der 1714 bei Freylinghausen erschienenen in den zwei letzten Zeilen ziemlich verschieden (S. Zahn Nr. 4994 und 4995). Übrigens sind für letztere auch einige Varianten zu finden.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Mülhausen 1865 Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
      p. 89 p. 49 118 p. 69 127 p. 83 76 p. 79
      B B G G A

Die hier mitgegebene 2. Strophe wird fast nie gesungen, wahrscheinlich weil sie als zu einem Loblied nicht passend angesehen wird. Ob hierzulande nicht auch etwas echt elsässisches Kriechertum vor der politischen Autorität im Spiel ist, möchte ich nicht entscheiden. - Das Mülhauser Choralbuch übernimmt genau den Satz von Theophil Stern, nur werden an vier Stellen die gleichen Halben durch eine punktierte Halbe + Viertelnote ersetzt.

Hören : Seelenharpff Onolzbach (in C) - Freylinghausen 1714 (in C) - Stern - Mülhausen 1865 - Ihme 1875

Elsässische Choralmelodien