Mag ich Unglück nicht widerstahn

8a-4a-6bn-8c-4c-6bn-4d-4d-4e-4e-6bn

Mag ich Unglück nicht widerstan,
muß Ungnad han
der Welt für mein recht glauben,
so weiß ich doch, es ist mein Kunst,
Gotts Huld und Gunst,
die muß man mir erlauben.
Gott ist nicht weit,
ein kleine Zeit
er sich verbirgt,
bis er erwürgt
die mich seins Worts berauben.

       Anonymer Text,um 1530 zuerst erschienen. Hier zitiert nach Zahn Nr. 8113. Ihmes Text ist fast identisch. Im GCAK "Alt" (1863 und ff.), unter Nr. 332, wird dieser Text "Maria, Königin von Ungarn" [1505-1558] zugeschrieben. Die beiden ersten Zeilen lauten dort Mag ich Unglück nicht widerstehn, / muß Ungnad sehn. Das Wort Kunst steht hier im alten Sinn von "Wissen". Im "Neuen" GCAK steht das Lied nicht mehr. Es ist auch sonst in den hier erfassten Gesangbüchern nicht enthalten.

Melodie : 1535 in Wittenberg (bei Joseph Klug), 1537 in Straßburg.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
        127 p. 74 133 p. 88  
        a moll a moll  

Freylinghausen betrachtet zuerst in seinem Gesangbuch (Nr. 434) die Melodie als "bekannt" (gar keine Melodieangabe über dem Lied), und setzt sie dann schließlich in sein Melodienbüchlein Einige / Theils neue / theils nicht überall bekante Melodeyen (Neuausgabe 2006 Nr. 51). Sie erscheint bei ihm rhythmisch und melodisch etwas verarmt.

Hören : Freylinghausen 1708 - Ihme 1875

Elsässische Choralmelodien