Mein Jesus geht in dem Gedränge / Sie kam die letzte

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Mein Jesus geht in dem Gedränge
der tiefverstockten Sündermenge
zum Tod und ach! erlieget fast ;
das Holz des Fluchs beugt ihn zur Erde ;
mit stille leidender Geberde
trägt er der Sünder größre Last.
Er kommt zum Richtplatz und die Rotte
der Mörder legt nun Hand an ihn,
entkleidet ihn mit wildem Spotte
und führet ihn zur Schlachtbank hin.

Sie kam, die letzte seiner stunden,
Verblutet hatten seine wunden,
Und endlich ruft er aus der nacht
Der leiden, die er hatt' gelitten,
Der kämpfe die er hatt' gestritten,
Er, Jesus, ruft : es ist vollbracht.
Nun sieht er seiner quaalen ende,
Den tod, den Gott ihn sterben heißt,
Sieht auf, und ruft: in deine hände
Befehl ich, Vater, meinen geist.

       Johann Kaspar Lavater 1741-1801, hier im Text, den Zahn (Nr. 7830) zu einer anderen Melodie gibt.

Ebenfalls ein Text von J. K. Lavater, hier zitiert aus Wochentliche Erbauungen, Augsburg 1785 (n° 252)

Melodie : Die Melodien, die bei Zahn (Nr. 7824 bis 7839) dieses Versmaß haben, sind von der der Colmarer Sammlung ganz verschieden. Woher letztere kommt, ist mir nicht bekannt. In der Colmarer Melodiensammlung wird die Melodie Mein Jesus geht / Sie kam die letzte genannt.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
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    E        

In der Colmarer Sammlung steht als Alternativtext der Textafang "Sie kam die letzte" ; dieser Anfang ist mir bislang unbekannt.

Hören : Colmarer Sammlung (Satz M.H.)

Elsässische Choralmelodien