Meinen Jesum lass ich nicht (Hepp)

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Meinen Jesum laß ich nicht,
weil er sich für mich gegeben ;
so erfordert meine Pflicht,
Klettenweis an ihm zu kleben.
Er ist meines Lebens Licht ;
meinen Jesum laß ich nicht !

       Christian Keymann oder Keimann, 1607-1662, hier nach dem Colmarischen Gesangbuch1781 Nr. 228,1. Das Wort Klettenweis wurde nach dem Brauch des CG mit einem großen K geschrieben, weil das Wortteil Kletten ein Hauptwort ist.

Melodie : "Straßburg 1758" (Ihme). In Wirklichkeit erfahren wir bei Zahn (Nr. 3449), dass es sich dabei um eine Umbildung einer schon hundert Jahre vorher (1658) von Andreas Hammerschmidt, 1611-1675, komponierten Melodie handelt, die dann 1758 in einem französischen Gesangbuch in Straßburg in ungefähr dieser Form wieder erschien. Bei Hammerschmidt handelt es sich eher um eine Arie als um ein von der Kirchengemeinde zu singendes Lied, denn die dritte und vierte Zeile, dann die fünfte und sechste, und dann noch einmal die sechste werden mit unterschiedlichen Melodien wiederholt. Die Umbildung im französischen Straßburger Gesangbuch hat u.a. darin bestanden, jede Zeile nur einmal singen zu lassen.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Mülhausen 1865 Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
p. 60 46 51 p. 47 p. 55 128 p. 75 136 p. 90  
Es Es Es D D Es C  

Die Melodie wird im Hepp-Choralbuch 1809 und bei Ihme hier ausnahmsweise genau in der gleichen Form gegeben. Die Melodie der Colmarer Sammlung ist hingegen nicht unwesentlich verschieden. Im Mülhauser Choralbuch kehrt die Melodie wie bei Hepp wieder, aber mit einem Gis (statt G) auf der 4. Silbe der vorletzten Zeile.
Die "Parallelmelodien" zu diesem Strophenmuster sind unter Meinen Jesum lass ich nicht (Übersicht) zu finden.

Hören : Recueil français 1758 - Hepp - Sammlung - Ihme 1875
Originalmelodie von Andreas Hammerschmidt (teilweise : erste Strophe) : Sehen - Hören .

Elsässische Choralmelodien