Mit Fried und Freud ich fahr dahin

8a-3/4bn-8a-3bn/4b-7-6n
Die drei nachfolgenden Strophen zeigen, wie dieses altertümliche Gedicht in der Silbenzahl und der Verteilung der betonten Silben unregelmäßig ist. Es ist "Simeons Lobgesang" (Lukas 2, 29-32).

1. Mit Fried und Freud ich fahr dahin
in Gottes Wille,
getrost ist mir mein Herz und Sinn,
sanft und stille.
Wie Gott mir verheißen hat,
der Tod ist mein Schlaf worden.
2. Das macht Christus, wahr'r Gottes Sohn,
der treue Heiland,
den du mich, Herr, hast sehen lan,
und machst bekannt,
daß er sei das Leb'n und Heil,
in Noth und auch im Sterben.
4. Er ist das Heil und selig Licht
für die Heiden,
zu 'rleuchten, die dich kennen nicht,
und zu weiden.
Er ist deins Volks Israel
der Preis, Ehr, Freud und Wonne.
       Martin Luther (1483-1546) 1524, hier zitiert nach dem GCAK 1873, Nr. 47.

Melodie : "Bei Johann Walter 1524" (Wolf). S. Zahn Nr. 3986. Erschien in den Geystlichen gesangk Buchleyn in Wittenberg unter Nr. 27 (in g moll). Freylinghausen kennt dieses Lied (1708 Nr. 566, Neuausgabe 2006 im Verlag der Franckeschen Stiftungen), aber die Melodie (in d, Einige neue und alte Melodeyen, Nr. 62 in der Neuausgabe) ist bei ihm etwas vereinfacht.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
        136 p. 80 145 p. 95 84 p. 87
        d moll d moll d moll

Bei Freylinghausen (1708) ist dieses Lied noch vorhanden (Nr. 566, Melodie im Melodienbüchlein). Es fehlt in den elsässischen Gesangbüchern vom Anfang des 19. Jh.

Hören : Freylinghausen 1708 - Ihme 1875 - Wolf