Nach einer Prüfung kurzer Tage

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Ich habe nun den Grund gefunden,
worauf der Christen Hofnung ruht.
Wo anders, als in Jesu Wunden ?
In dem für mich vergoßnen Blut ;
den Grund, der unbeweglich steht,
wenn Erd und Himmel untergeht !
Nach einer Prüfung kurzer Tage
erwartet uns die Ewigkeit.
Dort, dort verwandelt sich die Klage
in göttliche Zufriedenheit.
Hier übt die Tugend ihren Fleiß
und jene Welt reicht ihr den Preis.
       Johann Andreas Rothe, 1688-1758. Hier der (vom Originaltext in den Zeilen 2 und 4 abweichende) Text des Colmarischen Gesangbuchs 1781, Nr. 161,1. Im CG wird dieses Lied auf die Melodie von Wer nur den lieben Gott lässt walten gesungen.        Christian Fürchtegott Gellert, 1715–1769. Hier Zitat aus Zahn Nr. 2890.

Melodie : Johann Gottfried Schicht, 1753-1823 (vor 1819, sagt Ihme; im Jahr 1819 erschien nämlich in Leipzig das Choralbuch von J.G. Schicht). Ihme gibt dieser Melodie den Titel Ich habe nun den Grund gefunden, aber mit der Bemerkung "Urspr. Nach einer Prüfung kurzer Tage". Der gleiche Name Ich habe nun den Grund gefunden wird im Mülhauser Choralbuch 1865 der Melodie gegeben, die hier unter dem Namen Wer weiss, wie nahe mir mein Ende steht.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Mülhausen 1865 Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
        p. 95 89 p. 51 97 p. 65  
        D Es D  

Die "Parallelmelodien", die zu dem gleichen Strophenmuster passen, sind unter Wer nur den lieben Gott lässt walten, Übersicht zu finden. Im Mülhauser Choralbuch, wo diese Melodie die dritte von fünf des Strophentyps von Wer nur den lieben Gott lässt walten ist, finden wir sie in genau der gleichen Form wie bei Ihme.

Hören : Schicht 1819 - Ihme 1875

Elsässische Choralmelodien