Nein, murren will ich nicht / Wo soll ich fliehen hin

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Nein, murren will ich nicht,
Gott, meine Zuversicht !
wenn ich auch wenig habe.
Des Glückes gröste Gabe,
für dieses Pilgerleben,
hast du mir doch gegeben.
Ade, du süße Welt !
ich schwing ins himmelszelt
die flügel meiner sinnen,
und suche zu gewinnen,
was ewiglich bestehet,
wenn dieses rund vergehet.
       Unbekannter Autor. Zitat aus dem Mülhauser Gesangbuch 1818. Das Lied steht auch in keinem anderen der hier benutzten Gesangbücher.        Unbekannter Dichter des 17. Jh, zitiert nach Freylinghausen 1708 in der Ausgabe von 2006 S. 1147. Wir erfahren auf dem Internet, dass ein Dichter und Musiker namens Tobias Zeutschner (1621-1675) eine (verschollene) Ode auf dieses Lied komponiert habe. Er könnte auch den Text geschrieben haben.

Melodie : Zahn Nr. 2177. Erschien zuerst in Der bußfertige Sünder, oder Geistliches Hand-Büchlein, Nürnberg 1679, zum Lied Wo soll ich fliehen hin. (NB. Die Ausgabe von 1689 dieses Gesangbuchs ist dank der Universitätsbibliothek Dresden digitalisiert worden und auf dem Internet einzusehen).  Wurde später von vielen Sammlungen wieder veröffentlicht, u.a. Freylinghausen, Telemann und Stötzel. Der Melodieanfang wurde in Mülhausen etwas verändert. Er ist auch bei Freylinghausen (Einige neue und alte Melodeyen Nr. 41 in der Neuausgabe von 2006, Verlag der Franckeschen Stiftungen, Halle) ziemlich verschieden. Dort ist auch der Text der des Lieds Ade, du süße Welt.

Hepp 1809 Mülhauser Gesangbuch 1818 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
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Als Parallelmelodie ist die des Lieds Auf meinen lieben Gott zu nennen, die manchmal unter dem Namen Wo soll ich fliehen hin erwähnt wird. Im Traenheimer handschriftlichen Choralbuch (1782) wird vorliegende Melodie Auf meinen lieben Gott benannt, und unsere Mel. Auf einen lieben Gott heißt dort Wo soll ich fliehen hin.

Hören : Freylinghausen 1708 - Mülhauser Gesangbuch 1818