Nie will ich dem zu schaden suchen

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Nie will ich dem zu schaden suchen,
der mir zu schaden sucht ;
nie will ich meinem Feinde fluchen,
wenn er aus Hass mir flucht.
Mit Güte will ich ihm begegnen,
nicht drohen, wenn er droht,
wenn er mich schilt, will ich ihn segnen;
dies ist des Herrn Gebot.
Tes iugemens, Dieu veritable,
baille au Roy pour regner ;
vueille ta iustice equitable
au fils du Roy dõner.
Il tiendra tõ peuple en iustice,
chassant iniquité:
a tes poures sera propice,
leur gardant equité.
       Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769). Das Gedicht wird meist in vierzeiligen Strophen gedruckt. Hier müssen demnach jeweils zwei Strophen zusammen genommen werden, was aber ohne weiteres möglich ist.        Clément Marot (1496-1544), Paraphrase zu Psalm 72. Die Melodie wird auch zu Ps. 65 gesungen (O Dieu, la gloire qui t'est due von Th. de Bèze, s. auch Louange et Prière Nr. 26).

Melodie : von Louis Bourgeois, Lyon 1547 (Zahn Nr. 5933). Schon 1548 ist die Melodie in Straßburg ("Argentine") veröffentlicht worden. Auch bei Crüger und in einigen anderen deutschen Sammlungen ist sie zu finden.

Hepp 1809 Mülhauser Gesangbuch 1818 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
  385          
  e moll          

Wie auch sonst mehrmals zu bemerken ist, hat sich die reformierte französische Psalmtradition in Mülhausen auch in Form der entsprechenden Melodien gehalten, wenn auch, wie hier, mit neuen Texten.

Hören : Claude Goudimel (Psalm 72, in a moll) - Mülhauser Gesangbuch 1818