Nun lasst uns den Leib begraben

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Die erste Zeile wird in allen neueren Gesangbüchern (außer dem EG, das dieses Lied in ungedichteter Form bietet) Nun lasset uns den Leib begrabn geschrieben, und gleicherweise wurden alle Zeilen im Lied, die mit einer unbetonten Silbe endeten, so verändert, dass eine betonte Silbe sie beendet. Im Originaltext wird auf diese Unterscheidung zwischen betonten und unbetonten Silben wenig geachtet. Das GCAK "Alt" (vor 1908) - und gleicherweise das Choralbuch von Ihme - behält den alten Text von Weiße bei, während das "Neue" GCAK wie die anderen Gesangbücher Nun lasset...begrabn schreibt. - Im EG 1995 wird die erste Zeile Nun legen wir den Leib ins Grab, was eine zweite Silbe fordert,  die mit -ab endet.

Nun laßt uns den Leib begraben,
daran wir kein Zweifel haben,
er wird am jüngsten Tag aufstehn,
und unverweslich hervor gehn.

Nun legen wir den Leib ins Grab
und zweifeln nicht : durch Gottes Gab
wird, was wir hier verweslich sä'n
einst unverweslich auferstehn.
       Michael Weisse, 1488-1534 (1531), hier im Text des Colmarischen Gesangbuchs 1781, Nr. 537,1 (37. Lied im Anhang).
Umgedichtete Version des EG 1995 n° 520

Melodie : "Wittenberg 1544" (EG). Die Melodie erschien zuerst in den Neuen deutschen geistlichen Gesängen, die Georg Rhau in Wittenberg vierstimmig veröffentlichte. Zahn Nr. 352 bemerkte darin "rhythmische Unebenheiten", die in einer Augsburger Ausgabe von 1557 (Zahn, Quellen Nr. 123) der heute üblichen Form der Melodie wichen.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
        146 p. 85 154 p. 100 91 p. 96
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Das GCAK nennt diese Melodie unter den "Parallelmelodien" für das Strophenmuster Wenn wir in höchsten Nöten sein. Dieses Strophenmuster passt auf die Textformen, in welchen die Endsilben aller Zeilen betont sind. Die Version des französischen Straßburger Gesangbuchs von 1769 ist, die letzte Zeile ausgenommen, der Originalmelodie ziemlich ähnlich.

Hören : Ihme 1875 - Cantiques 1769

Elsässische Choralmelodien