O Gott, der du ein Heerfürst bist

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O Gott, der du ein Heerfürst bist,
wie lustig und wie lieblich ist,
dass man in deiner Hütten wohne.
Nach den Vorhöfen dein sich müht
und sehnet mein Herz und Gemüt,
o Herr, hoch in des Himmels Throne;
mein Herz, mein Fleisch aufhüpfet mir,
o lebendiger Gott, zu dir.
Wie lieblich schön, Herr Zebaoth,
ist deine Wohnung, o mein Gott;
wie sehnet sich mein Herz, zu gehen,
wo du dich hast geoffenbart,
und bald in deiner Gegenwart,
im Vorhof nah am Thron zu stehen.
Dort jauchzet Leib und Seel in mir,
o Gott des Lebens, auf zu dir.
       Ambrosius Lobwasser, 1515-1585, hier zitiert nach Zahn Nr. 5868.        Matthias Jorissen, 1739-1823. Zitiert nach dem Spitta-Gesangbuch Nr. 155,1.

Melodie : Französische Psalmmelodie, Genf 1562. Es handelt sich um den Psalm 84. Jorissen hat nach Lobwasser seine eigene Paraphrase gedichtet, auf die ursprüngliche Melodie. Bei Wolf ist die Melodie etwas verflacht. Auch die französische Tradition hat die Melodie (am Anfang) leicht verändert.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
            102 p. 108
            Es

Da die Lobwassersche Fassung nicht im Spitta-Gesangbuch steht, setzt Wolf unter den Namen O Gott, der du ein Heerfürst bist den Untertitel Wie lieblich schön, Herr Zebaoth. Die Melodie wurde nach Zahn manchmal nach dem Lied Ich bin ja, Herr, in deiner Macht benannt. Die Melodie zu jenem Lied ist, soviel mir bekannt ist, die einzige im Elsass bekannte Parallelmelodie zu dieser.

Hören : Wolf Goudimel (1565) - Louange et Prière 1938

Elsässische Choralmelodien