O Traurigkeit, o Herzeleid

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O Traurigkeit,
o Herzeleid,
ist das nicht zu beklagen !
Gott, des Vaters einig Kind,
wird ins Grab getragen !
Am Kreuz erblasst,
der Marterlast,
der Todesqualen müde,
findet mein Erlöser erst
in dem Grabe Friede.
       Friedrich Spee, 1591-1635 (1628), hier nach dem Colmarischen Gesangbuch 1781 Nr. 64,1. Die folgenden Strophen sind von Johann Rist, 1607-1667. Friedrich Spee war ein Jesuit, der laut EG mutig die Hexenprozesse bekämpfte.        Christoph Friedrich Neander, 1723-1802 (cf. Zahn Nr. 1928). Hier nach dem Straßburger Gesangbuch 1808 Nr. 61,1.

Melodie : "Kath. Ges.-Buch Mainz 1628" (Wolf, und auch Zahn Nr. 1915). In der evangelischen Tradition wurde das Lied (Text und Melodie) durch Johann Rists Himmlische Lieder 1641 verbreitet.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Mülhausen 1865 Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
p. 58 44 49 p. 8 p. 76 166 p. 98 175 p. 112 108 p. 115
a moll a moll a moll g moll f moll g moll f moll g moll
Mülhauser Gesangbuch 1818 Nr. 110 (in a moll).

Bei Hepp, Mülhausen 1818, Str1850, Sammlung und Stern steht die Melodie unter dem Titel Am Kreuz erblasst, bei Stern mit dem Untertitel oder: O Traurigkeit. Im Mülhauser Choralbuch steht sie unter dem Namen So ruhest du, weil das so anfangende Lied das einzige dieses Strophentyps im Gesangbuch (Nr. 72) ist. Bei Ihme steht nur der Titel O Traurigkeit, während Wolf in Klammern dazusetzt So ruhest du, weil das Lied "O Traurigkeit" nicht im Spitta-Gesangbuch steht. Die Wolf-Melodie wurde hier gegeben, weil sie diejenige ist, die am meisten der heute gebräuchlichen Form gleicht, die im EG zu finden ist. Ihmes Form ist aber die der Originalmelodie getreueste.

Hören : Hepp - Ihme 1875 - Wolf

Elsässische Choralmelodien