Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig

3an-3an-7b-3cn-3cn-7b-3n-3n-7b oder 7an-7b-7an-7b-7n-7.
In diesem Lied ist die erste Möglichkeit verwirklicht.

Sieh, hier bin ich,
Ehrenkönig,
lege mich von deinen Thron ;
schwache Tränen,
kindlich Sehnen
bring ich dir, du Menschensohn.
Laß dich finden,
laß dich finden
von mir, der ich Asch und Ton.

       Joachim Neander, 1650-1680. Hier zitiert nach dem Spitta-Gesangbuch Nr. 151,1. Die Zeile "Laß dich finden, laß dich finden" kehrt in allen Strophen wieder.

Melodie : "1738" (Wolf, Spitta-Gesangbuch). S. Zahn Nr. 7329. Die Melodie erschien 1738 in Johann Balthasar Königs Harmonischem Lieder-Schatz in Frankfurt am Main und ist möglicherweise von König selbst komponiert worden. - Joachim Neander hatte selbst eine Melodie zu diesem Lied komponiert, die aber (jedenfalls im Elsass) nie bekannt geworden ist.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Mülhausen 1865 Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
    97 p. 93 p. 73     116 p. 123
    G G G     G

Die Melodie ist bei Stern genau wie bei Wolf. (In der ersten Ausgabe von Sterns Choralbuch, 1851, fehlt diese Melodie.) Die Colmarer Sammlung weicht nur in der 1. Zeile ein wenig ab (statt H-E-D-H am Ende der Zeile H-C-D-H, was nach Zahn auch die Originalform war). Das Mülhauser Choralbuch hat in der letzten Zeile (Silben 3 und 4) keine Übergangsnoten (Folge D-H-E-C-H-A-G). Ihme greift die Darmstädter Melodie aus dem Jahre 1698 wieder auf, die aber wahrscheinlich selten gesungen wurde. Im Mülhauser Gesangbuch 1818 wurde die Melodie von Gott des Himmels und der Erden an diesen Text angepasst.

Hören : Wolf

Elsässische Choralmelodien