Sonne der Gerechtigkeit

7a-7a-7b-7b-4

Sonne der Gerechtigkeit,
gehe auf zu unsrer Zeit,
brich in deiner Kirche an,
dass die Welt es sehen kann.
Erbarm dich, Herr.

Mensch, erheb dein Hertz zu GOTT,
Eyl aus kummer, angst und noht,
Fleuch dieser Welt eitelkeit
Und ihr Ungerechtigkeit,
Denn du hast zeit.
Christian David (1692-1751), Gründer der Herrnhuter Brüdergemeinde. Text umgestaltet durch Otto Riethmüller 1932. Hier zitiert nach EG 1995 n° 263. Diese erste Strophe steht in den Gesangbüchern der Böhmischen Brüder als dritte eines Lieds, das mit "Sieh, wie lieblich und wie fein" anfängt.   Text von Centurio Sirutschko, einem böhmischen Dichter des 16. Jh. Hier zitiert nach dem unten erwähnten Gesangbuch der Brüdergemeinen von 1731.

Melodie : Zahn 1974, Lied der böhmischen Brüder, nach Zahn Umbildung der Melodie eines weltlichen Lieds : Der reich Mann war geritten aus. Entstanden zwischen 1550 und 1560. Dieser Text steht in den Gesangbüchern der Böhmischen Brüder, aber ohne das "Erbarm dich, Herr" am Ende der Strophen, d.h. im Strophenmuster von Gott sei Dank durch alle Welt. Die Melodie finden wir z.B. p. 224 (L. XIII) im Gesangbuch Kirchen- Haus- und Hertzens-Musica der Heiligen GOttes auf Erden (2. Teil), Berlin 1731 (einem Gesangbuch der Brüdergemenen), zum Text "Mensch, erheb dein Herz zu Gott". Dort ist die drittletzte Note in der Melodie (Silbe -barm) kurz.

Hepp 1809 Straßburg um 1850 Colmarer Sammlung Stern 1851 Ihme1875 Ihme 1888 Wolf 1899
             
             

Diese alte Melodie ist erst wieder durch das EG, mit dem Text Sonne der Gerechtigkeit, wieder in Gebrauch gekommen. Sie steht in keinem älteren mir bekannten Choralbuch. 

Hören : EG 1995 n° 263