Herr Gott dich loben wir (Te Deum), Ihme, Wolf

Veränderliche Silben- und Zeilenzahl pro Strophe ßäöü

[1. Vers]
HErr GOtt dich loben wir.
HErr GOtt wir danken dir.
Dich Vater in Ewigkeit
ehrt die Welt weit und breit.
All Engel und Himmelsheer
und was dienet deiner Ehr,
auch Cherubim und Seraphim
singen immer mit hoher Stimm :
Heilig ist unser GOtt.
Heilig ist unser GOtt.
Heilig ist unser GOtt,
der HErre Zebaoth.
[2. Vers ]
Dein göttlich Macht und Herrlichkeit,
geht über Himmel und Erden weit.
Der Heiligen Zwölf-Boten Zahl
und die lieben Propheten all,
die theuren Märtrer allzumal
loben dich, HErr, mit großem Schall.
Die ganze werthe Christenheit
rühmt dich auf Erden allezeit.
Dich GOtt Vater im höchsten Thron,
deinen rechten und eingen Sohn,
den Heilgen Geist und Tröster werth
mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt.

[3. Vers]
Du König der Ehren, JEsu Christ,
GOtt Vaters ewiger Sohn du bist,
der Jungfrau Leib nicht hast verschmäht,
zu 'rlösen das menschlich Geschlecht.
Du hast dem Tod zerstört sein Macht
und all Christen zum Himmel bracht.
Du sitzst zur Rechten GOttes gleich
mit aller Ehr ins Vaters Reich.
Ein Richter du zukünftig bist
alles, was todt und lebend ist.
[4. Vers]
Nun hilf uns, HErr, den Dienern dein,
die mit deim theurn Blut erlöset sein.
Laß uns im Himmel haben Theil
mit den Heiligen im ewgen Heil.
Hilf deinem Volk, HErr JEsu Christ,
und segne das dein Erbtheil ist,
wart und pfleg ihr zu aller Zeit
und heb sie hoch in Ewigkeit.

  [5. Vers]
Täglich HErr GOtt wir loben dich
und ehrn dein Namen stetiglich.
Behüt uns heut, o treuer GOtt
vor aller Sünd ud Missethat.
Sei uns gnädig, o HErre GOtt,
sei uns gnädig in aller Noth.
Zeig uns deine Barmherzigkeit,
wie unsre Hoffnung zu dir steht.
Auf dich hoffen wir, lieber HErr,
in Schanden laß uns nimmermehr.
Amen.

       Der Text von Ambrosius von Mailand wurde von Luther um 1529 deutsch verfasst.

Melodie : Von Martin Luther, 1483-1546, 1529 (?) nach einer mittelalterlichen Melodie zum lateinischen Text des Te Deum, cf. Zahn 8652. S. die neuere Melodie (zu einem veränderten Text), die im Straßburger Gesangbuch 1808 oder auch im Colmarischen Gesangbuch 1781 zu finden ist.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
        Lit52 p. 174 Lit52 p. 215 Lit S p. 204
        (a moll) (a moll) (a moll)

Die Melodie mittelalterlichen Ursprungs, die aber Luther (sagt Zahn, Nr. 8652) vereinfacht haben soll, ist eigentlich in der phrygischen Kirchentonart. Sie hat ihren Grundton in beiden Choralbüchern auf dem E und hat keine Vorzeichen am Anfang der Zeilen. Die Melodie ist bei Wolf und Ihme fast die gleiche (auch der Text), aber der Satz ist recht verschieden.
- Bei Ihme, Vers 2, auf der vorletzten Silbe der 5fach wiederholten Stelle (Text Propheten all, großem Schall usw.) steht ein h, das wir hier als a gedeutet haben. Die Stelle wird in der Errataliste am Ende des Bandes nicht genannt, wird aber in der Ausgabe von 1888 verbessert.

Hören : Ihme 1875  Vers 1 - Vers 2 u. 3 - Vers 4 u. 5
  Wolf : Vers 1. - Vers 2 u. 3 - Vers 4 u. 5

Elsässische Choralmelodien