Unser Herrscher, unser König

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Unser Herrscher, unser König,
unser allerhöchstes Guht,
herrlich ist dein großer Nahme,
weil er Wunderthaten thut,
löblich nah und auch von fernen,
von der Erd biß an die Sternen.
Wer sind die vor Gottes Throne ?
Was ist das für eine Schar ?
Jeder träget eine Krone,
glänzet wie die Sterne klar ;
Halleluja singen all,
loben Gott mit hohem Schall.
       Joachim Neander, 1650-1680 (1680). Hier im Originaltextext, Joachim Neander, Bundeslieder und Dankpsalmen, hrsgg. von Oskar Gottlieb Blarr, Schriftenreihe des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte Nr. 79 (1984), S.94.        Heinrich Theobald Schenck, 1656-1727. Hier zitiert nach dem GCAK Nr. 459,1.

Melodie : Zahn Nr. 3735 : "bei (von ?) Neander 1680." Der zweite Teil de Melodie war dort rhythmisch (im 3/4-Takt). Bei Freylinghausen 1704 und auch sonst im 18. Jh. erscheint eine rhythmisch vereinheitlichte Form der Melodie, die von der hier zu hörenden etwas verschieden ist. So z.B. in der Neuausgabe von Neanders Bundesliedern 1984 S. 124, wo eine vierstimmige Version des Lieds aus dem Jahre 1753 zu finden ist.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Mülhausen 1865 Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
        p. 27 204 p. 120 219 p. 137 121 p. 129
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Das Lied Unser Herrscher, unser König steht weder im GCAK, noch im Spitta-Gesangbuch. Wie man sieht, enden die beiden letzten Zeilen darin mit einer unbetonten Silbe. Drei Lieder dieses 1. Typs werden im Spitta-Gesangbuch auf diese Melodie gesungen. Vier andere jedoch benutzen darin die gleiche Melodie, ohne diese unbetonte Silbe zu besitzen (Typ 2). Die letzte Note der Zeile wird dann in der Melodie einfach ausgelassen. Dadurch fallen die Strophenmuster vor Herr, ich habe missgehandelt und von Gott des Himmels und der Erden zusammen. Wolf gibt als Untertitel (Alternativtext) zu dieser Melodie Tut mir auf die schöne Pforte, das ein Lied dieses 2. Typs ist. Ihme behält nur dieses Muster, indem er die Melodie unter den Titel Wer sind die vor Gottes Throne setzt (Er sagt aber "Urspr. Unser Herrscher, unser König"). Den Text "Tut mir auf die schöne Pforte" setzt Ihme unter die Melodie O Jerusalem, du schöne, weil letzteres Lied nicht im GCAK steht. Das Mülhauser Choralbuch kennt seinerseits auch nur die Variante ohne unbetonte Endsilben in den letzten Zeilen, und bietet die Melodie als zweite (B.) von dreien des Strophentyps Gott des Himmels und der Erden, jedoch mit dem Untertitel Unser Herrscher, unser König und dem Text Tut mir auf die schöne Pforte zwischen den Zeilen.

Hören : J. Neander 1680 - Wolf - Ihme 1875

Elsässische Choralmelodien