Von Gott will ich nicht lassen (Lyon)

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Im frz. Urtext <6an-4b-6an-4b-10cn-6cn-6>

Von Gott will ich nicht lassen,
denn er läßt nicht von mir :
führt mich auf rechter Strassen,
da ich sonst irre hier ;
er reicht mir seine Hand,
den Abend als den Morgen
will er mich wohl versorgen,
sey wo ich woll im Land.
Helft mir Gotts Güte preisen,
ihr lieben Kinderlein,
mit Gsang und andern Weisen
ihm allzeit dankbar sein,
vornehmlich zu der Zeit,
da sich das Jahr thut enden,
die Sonn sich zu uns wenden,
das Neujahr ist nicht weit.
Une jeune fillette
de noble coeur
Plaisante et joliette
de grand valeur
outre son gré
on l'a rendu' nonnette
cela point ne luy haicte
dont vit en grand douleur.
       Ludwig Helmbold, 1532-1598 (1563), hier nach dem ziemlich getreuen Text des Colmarischen Gesangbuchs 1781, Nr. 213,1.        Paul Eber (1511-1569) 1566. Hier zitiert nach dem GCAK "Alt" 1873 Nr. 34,1. Veröffentlicht 1576 in Le recueil des plus belles et excellentes chansons durch Jehan Chardavoine (1538- um 1580). Die Melodie scheint ein Volkslied gewesen zu sein. N.B. Die vorletzte Zeile bedeutet "Das gefällt ihr nicht".

Melodie : "Lyon 1557; geistlich Erfurt 1563" (EG). Nach Zahn (Nr. 5264) wurde die Melodie in Deutschland zuerst auch mit einem weltlichen Text Ich ging einmal spazieren verbreitet. Wie im französischen Urtext zu sehen ist, war der Strophentyp anfangs ziemlich verschieden. Der erste geistliche Text deutscher Sprache war das Adventslied Helft mir Gotts Güte preisen. Sehr bald jedoch wurde die Melodie jedoch nach dem Text Von Gott will ich nicht lassen benannt. Die elsässische Tradition von Hepp-Herrenschneider bis Stern weicht von der sonst üblichen Form in der letzten Hälfte der Melodie nicht unerheblich ab (insbesondere das Ende der 6. Zeile).

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
p. 26 19 26 p. 62 186 p. 109 200 p. 126 127 p. 135
a moll a moll a moll g moll g moll g moll g moll

Parallelmelodien sind

Bei Stern & Berg (1851) stehen unter dem Namen Von Gott will ich nicht lassen zwei Melodien A und B : unter A eine vereinfachte Form von Zeuch ein zu deinen Toren, unter B die nachstehend gebotene Melodie. In der 2. Ausgabe (1869) ersetzt Stern einfach die erste der beiden (A) durch die von ihm selbst komponierte.

Hören : Hepp - Stern 1851 - Ihme 1875 - Lyon 1576 (Französisches Volkslied, schon 1557 erschienen)