Wachet auf, ruft uns die Stimme

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Wachet auf, so ruft die Stimme
einst nach der Zeit, der Engel Stimme,
verlaßt das Grab, verlaßt die Gruft,
wachet auf, erlöste Sünder,
versammelt euch ihr Gotteskinder,
Der Welten Herr ists, der euch ruft.
Des Todes stille Nacht
ist nun vorbey, erwacht,
Halleluja, macht euch bereit
zur Ewigkeit,
sein Tag, sein grosser Tag ist da.
Heilge Jezus ! mij ten leven,
Ter heiligmaking mij gegeven,
Hoe heerlijk zijt G'in heiligheid !
Hemelsch voorbeeld ! al de luister
Van Englen heiligheid wordt duister,
Bij 't licht von uwe heiligheid ;
O Gij ! zoo onbesmet,
Gij zijt mijn Hoofd en wet ;
Heilge Jezus !
O, heilig mij !
Dat ik als Gij
In hart en wandel heilig zij.
       Philipp Nicolai, 1556-1608 (1599), hier in der sehr überarbeiteten Version des Colmarischen Gesangbuchs 1781, Nr. 364,1. Das Straßburger Gesangbuch 1808 hat hier einen ähnlichen Text. - Das Lied und die Melodie wurden am Anfang des 19. Jh. meistens Wachet auf, so ruft die Stimme genannt.      Das ziemlich verbreitete Lied Heiligster Jesu, Heil'gungsquelle hat als Ursprung ein niederländisches Lied von Jodocus van Lodenstein. Dasselbe erfuhr, wie Wachet auf, am Anfang des 19. Jh. auch "Modernisierungen", wie hier im Gesangbuch der Hervormden Gemeenten, Amsterdam 1807. (s. unsere Website Colmarisches Gesangbuch n° 179). Lodensteins Lied fängt an mit " Heyl'ge Jesu! Hemelsch voorbeeld !"

Melodie : Philipp Nicolai 1599. S. Zahn Nr. 8405a.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Mülhausen 1865 Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
p. 10-11 6 10 p. 63 p. 80 187 p. 110 201 p. 126, 202 p. 127 128 p. 136
D D D C C D D, C C
Mülhauser Gesangbuch 1818 Nr. 199 (in D), mit dem Text des Colmarischen Gesangbuchs

Die nicht-rhythmische Form der Melodie ist in der französischen Tradition länger üblich geblieben als in der deutschsprachigen (wenigstens im Elsass). Auch das kürzlich erschienene Gesangbuch Alléluia kennt nur die nicht-rhythmische Form. Im Hanauischen Gesangbuch steht zu dieser Melodie kein Bass, sodass der Satz frei erfunden werden musste. J. B. König (Harmonischer Lieder-Schatz, 1738) hat den Rhythmus schon ganz vereinfacht. Schon bei Wolf 1899, der sonst öfters die nicht-rhythmischen Formen bevorzugt, war jedoch eine leicht vereinfachte rhythmische Form zu finden. Ihme 1888 gibt die Wahl zwischen den zwei Tonlagen D und C. Wie sonst manchmal wurde hier die Melodie der Colmarer Sammlung mit dem Satz von Theophil Stern versehen. Im Mülhauser Choralbuch ist die Melodie ungefähr so, wie bei Wolf. - Im GCAK dient diese Melodie als zweite Wahl zum Lied Heiligster Jesu, Heilgunsquelle

Hören : Hanauisches Gesangbuch 1707 - König - Hervormde Gemeenten (nl) (1807) - Hepp - Sammlung - Ihme 1875 - Wolf