Warum betrübst du dich, mein Herz

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Warum betrübst du dich, mein Herz,
und quälest dich mit bangem Schmerz
blos um ein zeitlich Gut ?
Vertraue dem nur, der die Welt
erschaffen hat und noch erhält.
Warum betrübst du dich, mein Herz,
bekümmerst dich und trägest Schmerz
nur um ein zeitlich Gut ?
Vertrau du deinem Herrn und Gott
der alle Ding erschaffen hat.
       Zahn zitiert dem Text aus einem Kassler Gesangbuch von 1601 ; hier übernehmen wir den Text des Mülhauser Gesangbuchs.        Hier der (ältere) Text aus Zahn. Bei Fischer & Tümpel I, Nr. 429 steht ein Lied von David von Schweinitz (1600-1667), das auch mit Warum betrübst du dich, mein Herz anfängt und auf den gleichen Strophentyp aufgebaut ist. Es trägt jedoch die Melodieangabe Auf die Melodie : Warum betrübstu dich, mein Hertz, was bedeutet, das hier vorgeführte Lied war dem Dichter bekannt und er dichtete nur einen neuen Text mit gleichem Anfang.

Melodie : Zahn Nr. 1689a : "Handschriftlich Monoetius Crailsheim 1565". Zahn fügt hinzu, "die Mel. wurde schnell allgemein verbreitet und ist bis jetzt fast überall bekannt". Im Elsass erscheint sie nur hier, im Mülhauser Gesangbuch 1818.

Hepp 1809 Mülhauser Gesangbuch 1818 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
  444          
  g moll          

Der Satz, der hier verwendet wird, lehnt sich an die Görlitzer Tabulatur von Samuel Scheidt an, die allerdings für eine rhythmisch verschiedene Form der Melodie gedacht war. Bei J.S. Bach ist die Melodie mit dem gleichen Rhythmus wie im Mülhauser Gesangbuch und sonst nur in Einzelheiten verschieden zu finden.

Hören : Mülhauser Gesangbuch 1818