Warum sollt ich mich denn grämen (Crüger)

7an-3b-3b-5an-7cn-3d-3d-5cn

Warumb solt ich mich denn grämen/
Hab ich doch
Christum noch/
Wer wil mir den nehmen?
Wer wil mir den himmel rauben/
Den mir schon
Gottes Sohn
Beygelegt im glauben?

Ach Got, wie lang vergissest meyn
gar nach biß an das ende !
Ach gott, wie lang das antlit dein
thustu doch von mir wenden !
Wie lang sol ich selbs ratten mir,
in meiner seel ein schmertz gebir
den gantzen tag im hertzen.


Ludwig Helmbold, 1532-1598, hier zitiert nach dem Gesangbuch Praxis Pietatis Melica, Frankfurt/Main 1693 n° 980, unter dem Titel "Freuden-Lieder. in Creutz/ und Elend."
Mathias Greiter (1495-1550), nach Wackernagel, Das Deutsche Kirchenlied [...] III,119 p. 89-90 (1. Teil des Straßburger Kirchenamts, 1524 oder 1525)

Melodie : s. Zahn n° 6455a. Diese Melodie hat sich im Elsass nicht lang gehalten ; nach dem Hanauischen Gesangbuch (1707, n° 249) finden wir sie in der Gegend nicht mehr. Sie wurde ersetzt durch die Melodie von J. Ebeling.

Hepp 1809 Straßburg um 1850 Colmarer Sammlung Stern 1851 Ihme1875 Ihme 1888 Wolf 1899
             
     
     

Satz MH. Die Melodie, die hier "Zahn 6455a" genannt wird, ist eigentlich die der Frankfurter Praxis Pietatis von 1693, die mit Crügers Melodie nicht vollkommen übereinstimmt.Der Bass dieses Geangbuchs ist auch übernommen worden. Das Hanauische Gesangbuch ändert ebenfalls die Melodie.

Hören : Zahn 6455a, Hanau 1707.