Was Gott tut, das ist wohlgetan

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Was Gott thut, das ist wolgethan,
es bleibt gerecht sein wille.
Wie er fängt seine sachen an,
will ich ihm halten stille.
Er ist mein Gott,
der in der noth
mich wohl weiß zu erhalten,
drüm laß ich ihn nur walten.
Was Gott thut, das ist wohl gethan :
es bleibt gerecht sein Wille.
Wie er fängt meine Sachen an,
harr' ich Sein und bin stille.
Er ist mein Gott,
der in der Noth
mich wohl weiß zu erhalten,
drum laß ich ihn nur walten.
       Samuel Rodigast (1649-1708), zitiert nach Fischer & Tümpel IV Nr. 467 S. 379.        Der gleiche Text, in der leicht veränderten Version des Straßburger Gesangbuchs 1808 Nr. 270,1. Interessant ist besonders in der dritten Zeile der Wechsel von seine zu meine. Letztere Lesung war (vor dem EG 1995) die allgemein verbreitete.

Melodie : "Severus Gastorius (1675) 1679" (EG). Bei Zahn Nr. 5629 steht nur "Melodie und Bass Gesangbuch Nürnberg 1690".

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Mülhausen 1865 Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
p. 32 24 74 p. 66 p. 87 188 p. 110 205 p. 129 130 p. 138
G G G F F G F G
Mülhauser Gesangbuch 1818 Nr. 207 (in G)

Hepp-Herrenschneider und Stern unterscheiden sich nur durch den Satz und die Tonlage ; die Melodie ist genau die gleiche. Das Mülhauser Choralbuch übernimmt Sterns Version, aber ohne die Übergangsnoten, die Stern beibehalten hatte. Im Mülhauser Gesangbuch 1818 kehrt die gleiche Form wieder, nur sind die vorletzten Noten in der 2., 4. und letzten Zeile kurz (nicht in der vorletzten !). Ihme kommt wie oft der Originalform der Melodie am nächsten. Die verschiedenen Sätze unterscheiden sich auch durch die Länge der Pausen am Ende der Zeilen. Sie wurden hier wie in den Choralbüchern geschrieben. Nur wurde dort, wo keine messbare Pause, sondern nur ein Atemzeichen steht, eine kurze Pause eingefügt.

Hören : Nürnberg 1690 - Hepp - Stern - Mülhausen 1865 - Ihme 1875 - Wolf