Wenn einst mein sterbend Auge bricht

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Wann einst mein sterbend Auge bricht,
mein letzter Hauch verschwindet,
mein Leib erstarrt, und selbst es nicht,
daß er entschläft, empfindet ;
wann meine Freunde um mich stehn,
und traurig mich entschlummern sehn,
und meinen Tod beweinen :
[2. Dann, Vater, nimm ihn auf, den Geist (etc.)]

       Balthasar Münter  (1735-1793), hier zitiert nach dem Straßburger Gesangbuch 1808, Nr. 124,1. Das Choralbuch schreibt Wenn, das Gesangbuch Wann. Dieses Lied sollte wahrscheinlich das alte Lied Wenn mein Stündlein vorhanden ist von N. Herman ersetzen.

Melodie : Nach Th. Stern ist die Melodie von Bartholomäus Ringwaldt,1530-1599 (1584). Das EG schreibt demselben nur zwei Texte, aber keine Melodien zu. Auch im Bautz-Kirchenlexikon (http://www.bautz.de/bbkl/) ist von Ringwaldt nur als Dichter von Texten die Rede. Nach Ihme stammt die Melodie dennoch vom Ende des 16. Jh.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
p. 2 2 2 p. 43 80 p. 46 85 p. 59  
a moll a moll a moll a moll g moll g moll  

Im Hepp-Choralbuch 1809 und bei Th. Stern gehört diese Melodie zu einer Reihe von Melodien, die das Strophenmuster von Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut (eigentlich hier unter dem Namen Lob, Ehr und Preis) vertreten. In der Colmarer Sammlung wird dies nicht ausdrücklich gesagt, aber die Melodienfolge ist die gleiche wie bei Hepp. In diesen zwei Quellen und bei Stern wird dazu neben dem Text Wenn einst mein sterbend Auge bricht auch der Alternativtext Wenn mein Stündlein vorhanden ist angezeigt (während alle späteren Choralbücher für letzteren Text eine oder zwei verschiedene Melodien kennen. Diese Melodie finden wir bei Ihme unter dem Namen Herr Jesu Christ, du höchstes Gut.

Hören : Hepp -