Wenn mein Stündlein vorhanden ist (Straßburger Melodie)

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Wenn mein Stündlein vorhanden ist,
und ich fahr meine Strasse,
geleite mich, Herr Jesu Christ,
mit Hilf mich nicht verlasse :
den Geist an meinem letzten End
befehl ich, Herr, in deine Händ ;
du wirst ihn wohl bewahren.

       Nikolaus Herman, 1500-1561 (1560), hier in der Fassung des Colmarischen Gesangbuchs 1781, Nr. 346,1.

Melodie : "Straßburg 1573" (Ihme 1875). Zahn Nr. 4483. Die Melodie erschien demnach zuerst in Straßburg bei Theodosius Rihel im Jahre 1569, s. Zahn Quellen Nr. 178. Sie wurde im 16. und im 17. Jh. von etlichen Gesangbüchern übernommen (Leipzig, Frankfurt, Zweibrücken), auch von M. Praetorius 1610. Später trifft man sie sehr selten an. Im französischen Straßburger Gesangbuch (1758 und 1769) finden wir sie in einer besonders in der letzten Zeile veränderten Form.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
        197 p. 116 212 p. 133  
        d moll c moll  

S. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut (Strophenmuster) für die Liste der möglichen Parallelmelodien. In alten Choralbüchern (bis Th. Stern) tritt auch unter dem Namen Wenn mein Stündlein gekommen ist oder Wenn einst mein sterbend Auge bricht die Melodie auf, die hier unter dem Titel Herr Jesu Christ, du höchstes Gut zu finden ist.

Hören : Cantiques 1758 (Frz. Straßburger Gesangbuch) - Ihme 1875