Wer nur den lieben Gott lässt walten (Strophenmuster)

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Dieses Strophenmuster ist eines der am meisten gesungenen. Im GCAK werden zehn Melodien aufgezählt, auf die die betreffenden Texte gesungen werden können. Die eigentliche Melodie von Wer nur den lieben Gott lässt walten ist wie im Colmarischen Gesangbuch 1781, so auch im Straßburger Gesangbuch zur Beförderung der öffentlichen und häuslichen Andacht 1808 diejenige, auf welche am meisten Lieder gesungen werden sollen, nämlich im Colmarischen 45 von 413 Liedern (fast 1 von 9), und im Straßburger Gesangbuch gar 65 von 436 Liedern (mehr als jedes 7te Lied). Im Hepp-Choralbuch 1809 und in der Colmarer Melodiensammlung werden für dieses Strophenmuster drei Melodien vorgeschlagen, unter denen keine einen Untertitel (Alternativnamen) trägt. In Str1850 erscheinen die gleichen Melodien mit der gleichen Nummerierung, aber nicht in der gleichen Reihenfolge (mit den Nummern 10, 12 und 18 kommen die "zweite", dann die "dritte", schließlich die "erste" Melodie). Stern übernimmt alle drei Melodien, gibt aber nach der "ersten" eine Melodie "A bis" mit dem Untertitel Mir ist Erbarmung widerfahren, und fügt am Ende eine fünfte Melodie, von Friedrich Silcher, hinzu. Die Originalmelodie für Wer nur den lieben Gott lässt walten ist von Georg Neumark, 1621-1681 (1657). Sie ist im Hepp-Choralbuch die erste der drei Melodien, bei Stern aber die dritte (eigentlich die vierte, nach A, A bis und B). Die zwei anderen Melodien der alten Tradition sind

Außerdem finden wir im GCAK folgende weitere Melodien als "Parallelmelodien" zu diesem Muster : Dazu kommt noch eine Form der Melodie von Ich will dich lieben, meine Stärke - da bei diesem Lied manchmal die letzte Zeile in der Strophe von sechs auf acht Silben erweitert worden ist.
Unter diesen Melodien sind mehrere ziemlich neue, darunter zwei von Ihme selbst. Im Hanauer Gesangbuch von 1808, das eine sehr große Vielfalt von Melodien bot, stehen nur zwei von diesem Muster, nämlich Wer nur den lieben Gott lässt walten und Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. Möglicherweise hat gerade die sehr große Zahl von Liedern von diesem Muster viele Liederkomponisten dazu angeregt, hier eine größere Auswahl zu bieten,während umgekehrt die Herausgeber des Straßburger Gesangbuchs von 1808 sichtlich bemüht waren, die Zahl der "nötigen" Melodien zu verringern (etwa um die Aufmerksamkeit der Kirchgänger von der Melodie auf den lehrreichen Text zu lenken).