Wer weiß, wie nahe mir mein Ende (Ihme I)

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Wer weiß, wie nahe mir mein Ende ?
Hingeht die Zeit, herkömmt der Tod ;
ach, wie geschwinde und behende
kann kommen meine letzte Noth.
Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut,
machs nur mit meinem Ende gut.

       Ämilie Juliane von Schwarzburg-Rudolstadt, 1637-1706 (1688). Hier im Text des Colmarischen Gesangbuchs 1781, Nr. 347,1.

Melodie : "Bekannt seit 1690" schreibt Stern. Bei Zahn, Nr. 2781, erfahren wir, dass de Melodie zuerst in einer Hamburger Sammlung, Musicalisch Handbuch der geistlichen Melodien erschien, zum Lied Wer nur den lieben Gott lässt walten. In der Reihe von Melodien, die auf dieses Strophenmuster passen, ist dies die zweite von denen, die im Hepp-Choralbuch 1809 und seinen Nachfolgern unter diesem Namen gegeben wurden. Im Mülhauser Choralbuch 1865 steht sie als erste von fünf Melodien des trophenmusters von Wer nur den lieben Gott lässt walten, mit dem Untertitel (Alternativtext) Ich habe nun den Grund gefunden. Erst bei Ihme tritt sie unter dem Namen Wer weiß, wie nahe mir mein Ende auf, und zwar als erste von zwei Melodien, von denen nur die zweite bei Wolf wiederkehrt (diese hier fehlt also bei Wolf). Zahn sagt uns auch, dass diese Melodie später in den endbetonten Zeilen (2, 4, 5, 6) um zwei Silben erweitert wurde, um auf den Text Dir, dir, Jehova, will ich singen zu passen.

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Mülhausen 1865 Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
p. 20 10 20 p. 69 p. 93 207 p. 122 220 p. 138  
C C C C C C B  

Ihmes Form der Melodie ist der, die Zahn bietet, ziemlich ähnlich, ohne damit vollkommen identisch zu sein. Das französische Straßburger Gesangbuch von 1769 seinerseits vertritt ungefähr die gleiche Tradition, wie das Hepp-Herrenschneider-Choralbuch von 1809.

Hören : Hepp - Ihme 1875 - Cantiques 1769