Wer weiß, wie nahe mir mein Ende II

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Herr, lehr mich stets mein End bedenken,
und wenn ich einstens sterben muß,
die Seel in Christi Wunden senken,
und ja nicht sparen meine Buß.
Mein Gott, mein Gott, ich bitt durch Christi Blut,
machs nur mit meinem Ende gut.

Zu lieben dich von ganzem Herzen
ist unsre Pflicht und dein Gebot ;
Es liebte selbst, o Mann der Schmerzen,
dein Herze für uns sich zu Tod ;
drum sei mein Wille und Begehr
auf dich gerichtet stets, o Herr !
       Ämilie Juliane von Schwarzburg-Rudolstadt, 1637-1706 (1688). Hier im Text des Colmarischen Gesangbuchs 1781, Nr. 347,3. Text aus dem Evangelischen Gesangbuch, Cleveland, Ohio 1894 n° 448, das ihn "J. Maurer", dem Herausgeber des Gesangbuchs, zuschreibt. Das Lied ist dort vierstimmig gesetzt.

Melodie : EG : "1. Teil bei Georg Österreicher 1623 ; 2. Teil bei Franz Vollrath Buttstedt 1774 ; die ganze Melodie Elberfeld 1805". Diese Chronologie erklärt auch, warum diese Melodie im Elsass erst bei Ihme erscheint. s. Zahn 2839b. In einem nordamerikanischen Gesangbuch (Cleveland, Ohio, 1894) steht sie unter dem Namen "Zu lieben dich von ganzem Herzen" in einer Form, die bei Zahn 2839b nach "Reinhard Jensen 1828" zitiert wird.  Um sie in der Form des obigen Textes (links) zu singen, muss man am Anfang des Kehrverses (die zwei letzten Zeilen) zweimal Mein Gott singen, während der ursprüngliche Text diese Worte nur einmal enthält. Diese Wiederholung findet auch in der Jensenschen Form nicht statt.

  

Hepp 1809 Straßburg 1850 Colmarer Sammlung Th. Stern Ihme 1875 Ihme 1888 Wolf 1899
        208 p. 122 221 p. 138 137 p. 145
        Es Es Es

Das Strophenmuster und die dazu gehörigen"Parallelmelodien" werden unter Wer nur den lieben Gott lässt walten, Übersicht vorgestellt.

Hören : Wolf - Zu lieben dich (Cleveland)